Archive for the 'Juli 2007' Category
Zwar noch etwas holprig, aber….
…..wenigstens kann ich mich ein wenig bewegen. Die Schmerzen sind nach einer Woche auf ein erträgliches Maß gesunken, sodaß ich mit heute, Montag, die erste lockere (!!) Trainingseinheit am Ergometer absolvieren konnte. Eng zusammengeschnürt konnte ich mich zwar nicht abstützen (mit einer Hand wird das ziemlich “schräg” nach einer Weile) dafür kann nun endlich wieder mein Herz ordentlich pumpen und meinen Blutkreislauf in Schwung bringen. Nach meiner Erfahrung von 2002 unterstützt diese Maßnahme die Selbstheilungskraft des Körpers ganz bedeutend.
Die letzten Tage waren schon sehr unangenehm. Die linke Hand IMMER ganz eng an den Körper geschnallt, um tunlichst jede kleinste Bewegung zu vermeiden und so den Heilungsprozess zu beschleunigen. Geschlafen wird ausschließlich am Rücken, wodurch ich sehr stark schnarche und nicht nur ich einen unruhigen Schlaf habe. Sämtliche Handlungen werden mit einer Hand gemacht, erstaunlich wie geschickt man nach kurzer Zeit dadurch wird. Sogar auf die Schreibtastatur meines Computers hämmere ich mittlerweile in der neuen “Ein-Finger-Adler-Methode”. Viel schlimmer jedoch war die Tatsache, dass ich in den letzten Tagen einen extremen Blutstau hatte, der einerseits aus dem engen Verband und andererseits aus der fehlenden körperlichen Bewegung resultierte. Ein Armband, das ich seit meinem vorletzten Australienaufenthalt regelmäßig trage, wurde mir so eng, dass ich es abnehmen mußte. Apropos Abnehmen: auch das steht nach einer Woche Nichtstun jetzt wieder im Vordergrund!

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Das verflixte 7. Jahr
Das Jahr 2007 ist scheinbar nicht das meine. Nach meinen Rippenproblemen und dem kleinen Einbruch beim Ironman Austria jetzt die nächste Verletzung. Mein Schlüsselbein ist nach 2002 wieder gebrochen!!!
Nach einer tollen Ausfahrt bin ich gestern die letzten 5 km nur mehr locker ausgerollt. Kurz bevor ich zu Hause war richte ich mir mit der rechten Hand die Brille als ein Windstoß mir den Lenker aus der anderen Hand reißt und ich kopfüber am Beton aufschlage. Mein erster Gedanke war: hoffentlich hält der Helm diese Wucht aus, denn beim letzten mal bin ich immerhin einige Stunden bewußtlos gewesen. Und dann hörte (und spürte!!!!) ich schon einen harten Knacks in der linken Schulter und ich wußte sofort was Sache ist. Die alte Fraktur, an die ich die letzten 5 Jahre regelmäßig durch einen unansehnlichen Höcker erinnert worden bin, ist wieder gebrochen und hat sich auch gleich noch verschoben. Ein netter Autofahrer hat zuerst die Rettung und dann Tanja angerufen. Während sich die Rettung doch etwas geziert hat und nicht leicht zu überzeugen war, dass ich einen Transport benötige (”Sind sie sicher dass es sich um einen Notfall handelt?” - “Bitte geben Sie uns eine TelNr und wir rufen Sie in wenigen Minuten zurück”), war Tanja zeitgleich mit dem Einsatzfahrzeug vor Ort. Aber vermutlich wäre die Rettung schneller gewesen wenn sie sich in unserer Großstadt bei diesem starken Verkehrsaufkommen am Sonntag nachmittag nicht auch noch verfahren hätte!?!
Im Spital angelangt hat Tanja sofort unseren Freund, Sportarzt und Unfallchirurgen Dr.H.Lenz angerufen, der dankenswerter Weise gleich ins Spital gekommen ist. Da wir vor 5 Jahren NICHT operiert haben und ich mit der Heilung nicht 100%ig zufrieden war, tendierten wir diesmal zu einer Operation, wollten aber noch zuvor ein CT machen, um uns Klarheit über die Stellung der beiden Bruchstücke zu schaffen. Um es kurz zu machen: Ein Tornisterverband hat über Nacht die beiden Bruchstellen so zueinander geschoben, dass eine OP nicht sinnvoll erscheint, da die Enden ganz gerade aufeinander stehen. Heilungsdauer: 4-6 Wochen, anschließend wieder Lauf- und Schwimmtraining. Ergometerfahren sollte schon bald möglich sein, solange meine Schulter stabil bleibt. Die Sommersaison ist gelaufen - zumindest auf der Nordhalbkugel. Wer mich kennt weiß, dass ich mir bereits ein neues Ziel gesteckt habe, um (geistig) bei Kräften zu bleiben: es ist ein Ironman am 2.Dezember, in einem fernen Land wo fast immer die Sonne scheint und die Menschen auf der falschen Seite Autofahren (und schwimmen).
Habe ich ein dèja vu oder hatten wir nicht so eine unangenemhe Situation erst vor wenigen Monaten? Ich stehe 6 Wochen vor der Hawaii Quali 2008 (Wisconsin) und eine Verletzung zwingt mich in die Knie. Ich bin ziemlich verzagt, auch wenn mir bewusst ist, dass dieser Unfall weit schlimmer hätte ausgehen können. Auf diesem Weg mein Dank an meinen neuen Partner COOOLSPORT, der mir vor wenigen Tagen den neuen SQUALO zur Verfügung gestellt. Hätte ich dieses Teil nicht auf meiner Birne gehabt, wäre diese sicher kaputt.

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Zeit für die Technik
Endlich war es soweit! Dass ich ein kleiner Technikfreak (Material nicht Schwimmstil) bin, hat sich schon herumgesprochen. Doch diesmal mußte die sportliche Technik analysiert werden, und so hatten Sibs (der sich voll im Saft befindet und schon seine ersten!! Weltmeistertschaften 70.3 fokussiert) und ich einen Termin bei endless-sport in Gaishorn am See. Ein Wahnsinn was mit Geld alles zu machen ist. Da wurde ein altes Haus mit Technik und Wunderwerk adaptiert, dass ich aus dem Staunen nicht mehr herausgekommen bin. Neben Windkanal und Gegenstrombecken gibt es die modernsten Geräte für Training und Diagnostik.
Wir hatte beide einen Termin zur Sitzposition-Optimierung im Windkanal und eine Technikanalayse mit Videoaufzeichnung von allen Seiten im Gegenstrombecken. Am Rad hat mir Gerhard Brandl die Latte sehr hoch gelegt. Besser gesagt: den Sattel hoch und den Lenker tief! Schaut ganz toll aus, besonders im direkten Vergleich mit Norman S., dem ich bei der abschleißenden Analyse schon sehr ähnlich gesehen habe (zumindest was die Hautfarbe betrifft). Beim Schwimmen gibt es halt sogar bei den besten Schwimmern immer etwas auszusetzen. Sogar Grant H., Ian Th. und Michael Ph. haben Techniktrainer. Stellt Euch vor was wäre wenn ich hörte: ” Du haste eine perfekte Technik, da gibt es nicht auszusetzen. Du hast einfach dein Limit erreicht und wirst nie schneller schwimmen!”
Comments are off for this postUnd jetzt noch ein wenig locker!
Bereits ein Klassiker ist das jährliche “HSV-Wochenende” am Wochenende nach dem Ironman Austria. Da sowieso die meisten in einer regenerativen Periode stecken und auch einmal locker sein können, ist dieser Ausflug immer ziemlich lustig und entspannt. Heuer ging es an den Irrsee, wo wir 2 schöne Radausflüge, herrliches Wetter und vorzügliches Essen genießen konnten.
Das Training verläuft zur Zeit völlig planlos (im wahrsten Sinne des Wortes!). Ich entscheide immer sehr kurzfristig, was ich traineren werde. Eigentlich fällt die Entscheidung immer nur zwischen Schwimmen und Radfahren, da ich zum Laufen überhaupt keine Lust habe und seit dem Ironman auch keinen Meter gerannt bin. Dafür bin ich die meiste Zeit mit Niklas und Tanja zusammen - die derzeitige Hitze läßt tagsüber nicht viel mehr zu außer gemeinsame Ausflüge an einen einsamen Strand bei einem kühlen Fluß!
Tolle Pics vom Ironman Austria auf meiner Website unter “Gallerien”
Comments are off for this postWill einfach nur schlaaafen!
Während ich in der intensiven Trainingsperiode mit 8 Stunden Schlaf das Auslangen finde und in der Übergangsperiode (Nov-Dez) gar oft nur 6 Stunden brauche, verlangt mein Körper an den Tagen nach einem Ironman nach ausgedehnten Ruheperioden. Ich schlafe in der Nacht bis zu 10 Stunden am Stück und nochmals 1 Stunde zu Mittag. Ich kann zur Zeit scheinbar gar nicht genug davon bekommen. Und das Leben eines Profis bringt es mit sich, dass ich diesem Verlangen auch erstmals nachkommen kann - meine 38 jährigen Glieder werden es mir danken!
Trainingsmäßig ist es ebenso schwerfällig wie unangenehm: wenn ich die Ergebnisliste studiere und neue Ziele für die zweite Saisonhälfte plane bin ich zwar im Kopf schon wieder bereit, aber sobald ich am Rad sitze und der erste Berg (nein besser: Hügel) baut sich vor mir auf, schalte ich die Kette ganz nach links um möglichst gemütlich diese schier unüberwindbaren Geländekanten zu überwinden. So ähnlich ist es beim Schwimmen, wenn ich mir (ganz ohne Trainingsplan) 8×200m vornehme und dann nach 1000m den Entschluß fasse, dass Rückenschwimmen zur Zeit viel besser für meine Performance ist. Ich bin halt auch nur eine Maschine, die zur Zeit etwas falsch programmiert ist.
In Telefonaten und eMails werde ich zur Zeit immer etwas bemitleidet, dass ich mit der 6 Minuten Zeitstrafe wieder soooo ungerecht behandelt worden bin. Werde ich auf der Straße angesprochen, fragt man mich wie denn das schon wieder passieren hat können. An alle da draußen: THAT’S LIFE! Ich habe alles versucht um möglichst schnell zu fahren und dabei ein wenig zu viel riskiert. Ich habe nie versucht jemanden zu betrügen, auch wenn die Marshalls mich über die restlichen 80 km wie einen Schwerverbrecher verfolgt haben. Und dass ich alles gegeben habe, könnt Ihr auf der untenstehenden Analyse der ersten 90km erkennen. 224 Watt Durchschnitt, 39 km/h, 85 U/min……genau wie geplant!
Comments are off for this postEs hat nicht sollen sein!
Dieser Tag hätte einen soooo tollen Beginn gehabt. Bereits um 04.00Uhr morgens, als ich Spaghetti mit Honig gegessen habe (lecker!), hatte ich wieder dieses Gefühl von Hawaii: “Es wird ein toller Tag!” Mein Ziel war eine Zeit um 8std 40min und ein Platz zwischen Top 10 und Top 12.
Beim Schwimmen fand ich gleich eine tolle Gruppe die genau mein Tempo schwamm. Ich konnte gut orientieren und war nach 53min14sec aus dem Wasser. Neuer persönlicher Rekord! Am Rad hatte ich zwar die ersten 10km dicke Beine, aber mittlerweile weiß ich, dass ich mich gedulden muß bis diese aufgehen. Danach habe ich wieder ordentlich aufgelegt und bei km 30 bereits König Norbert eingeholt. Hinter mir eine Gruppe mit 10 Athleten. Von nun an haben Norbert und ich das Tempo bestimmt. Wir wechselten uns in der Führungsarbeit ab (mit 10m Abstand!), die gesamte Gruppe immer hinter uns. Die ersten 90km waren genau im Zeitplan: 2std20min, toller Schnitt! In der zweiten Runde, bei km 100, dann der Wahnsinn:ein Schiedsrichter gibt mir eine Zeitstrafe von 6min, die ich nach dem Radfahren abzusitzen habe. Die ganze Gruppe immer an meinem Hinterrad, und ICH bekomme die Zeitstrafe, was für ein Sch…..! 4std43min für 180km, über 38km/h und ebenfalls neuer persönlicher Rekord.
Da ich die Zeitstrafe erstmals NACH dem Radfahren absitzen mußte, war dies eine ganz neue Erfahrung für mich. Ich dachte ich könnte mich ausruhen und dann einen tollen Marathon hinlegen. Jedoch brachte mich diese Pause vollständig aus dem Rythmus. Lief ich die ersten 10 km noch in guten 38min, bekam ich anschließend starke Krämpfe und mußte extrem Tempo reduzieren. Der Gedanke ans aufgeben kam mir nur sehr kurzfristig, ich wollte unbedingt finishen (das ist auch das, was ich immer meinen Athleten predige!) 3std 15min, einer der langsamsten Marathons die ich je gelaufen bin. Aber ich habe gefinsht, in 9std 02 min als 14er Profi (von 41) und als 22er gesamt (von 2200 Athleten).
Ich bin eigentlich gar nicht so unzufrieden, ganz im Gegenteil - ich bin sogar ziemlich stolz, dass ich mein Programm durchgezogen habe, nicht aufgesteckt habe obwohl ich schon kaum mehr stehen konnte. Ich vesuche auch aus diesem Wettkampf wieder Erfahrungen mitzunehmen und diese beim nächsten Race umzusetzen.
Übrigens: König Norbert ist das geplante Programm gelaufen, hat einen 2std 55min Marathon hingelegt und ist in 8std 39min Gesamt 10er geworden. CHAPEAU! bin stolz auf dich! Wären wir gemeinsam gelaufen, hätten wir uns vermutlich abgestochen. Aber das ist eine andere Geschichte - vielleicht am 09.September beim Ironman Wisconsin.

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Die wirklich harte Zeit des Jahres
Jetzt ist es endlich wieder soweit: über 8 Monate nach meinem letzten Ironmanstart (Hawaii) und 2 Jahre nach meinem letzten Antreten in Klagenfurt bin ich wieder zurück auf heimischem Boden. Am Sonntag, 8.Juli startet um 07.00 Uhr die 10. Auflage des Ironman Austria (3,8km Schwimmen/ 180km Rad/ 42,2km Laufen) und ich bin (das sechste Mal!) dabei.
Nach einigen Rückschlägen im Frühling fand ich die letzten Monate als Profi echt tolle Trainingsbedingungen vor: herrliches Wetter, genügend Zeit, tolles Material und was halt sonst noch alles zu einem “Dauertrainingslager” in Amstetten gehört. Die Riesenumfänge bildeten den Höhepunkt mit 2 Tagen Streckenbesichtigung in Klagenfurt und ich glaube die neue Radstrecke und geänderte Schwimmstrecke (kein Landgang nach 1900m mehr) liegt mir. Und das allerbeste: ich habe endlich eine perfekte Position am Rad gefunden - ein Holzfuß den ich schon lange mit mir herumgeschleppt habe.
Die letzten 7 Tage vor dem Wettkampf ärgere ich mich jedes Jahr mit einer “Saltin”-Diät ab. Auf 4 Tage absolut kohlehydratfreie Diät folgt 3 Tage lang eine überdurchschnittlich hohe Kohlehydratzufuhr. Ich erreiche dadurch eine übermäßig hohe Auffüllung (=Superkompensation) der notwendigen Speicher. Wer das noch nie gemacht hat, sollte es nicht vor seinem Hauptwettkampf erstmalig versuchen. Für mich ist es sehr belastend nur Käse, Fleisch, Fisch und Nüsse zu essen. Kein Brot, kein Obst, kein Kuchen (!!!!), keine Sportdrinks - jedes kleinste Zuckermolekül wird verbannt. Am 4.Tag wähle ich dann meine Radausfahrten schon so, dass ich bei keiner Bäckerei vorbeikomme, sonst….Und wie es mir so psychisch geht, kann man sich ja vorstellen: beim Training habe ich eine leere Muskulatur (passt die Form?) und beim gemeinsamen Abendessen schaue ich immer ganz neidisch auf den Teller von Niklas (Papa, komm ja nicht in Versuchung!).
Meine Erwartungen und Ziele sind eigentlich ganz klar: nachdem ich beim Ironman Australien den sicheren Hawaii Startplatz nicht erreichen konnte, habe ich “Big Island” für dieses Jahr zu den Akten gelegt. 41 Profis sind am Start in Klagenfurt (Profis Klagenfurt), davon die österreichische Elite von denen noch kaum jemand qualifiziert ist. Außerdem ein Haufen irre guter Ausländer, die ebenfalls gerne zur WM wollen. Nur mit einem Top Ten Platz hätte ich noch ein kleines Fünkchen Chance. Ich denke, dass ich bereit bin für einen neuen persönlichen Rekord (8std 51min)! Beim Schwimmen (54min) und Radfahren (4std52min)kann ich sicher einige wertvolle Minuten aufholen und wenn ich beim abschließenden Marathon die Zeiten der letzten Jahre laufe (2std55min) werde ich wohl einen Top 15 Platz erreichen können.
Ach ja, und nochmals die Erinnerung: Sonntag, 18.00Uhr bis 19.10Uhr auf ORF1 (zum Glück ist kein Match aus der Bauernliga, sonst hätte der Triathlon wohl wieder das Nachsehen). Außerdem Liveberichterstattung auf: http://vnews.ironmanlive.com/ Ich werde versuchen, bereits am Sonntag abend meine Eindrücke vom ersten (und hoffentlich erfolgreichen) Ironmanstart als Profi hier auf meiner Website zu schildern.
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