Keller Bernhard

Archive for the 'Oktober 2007' Category

Hart, härter, Halbmarathon

So stelle ich mir eine Regenerationswoche vor: erste Einheit am Montag auf Grund fehlender Motivation einfach mit gutem (oder sagen wir besser: ohne schlechtem) Gewissen abgebrochen und die Soll-Stundenanzahl um 25% unterschritten. Zu leer war der Körper von dem anstrengenden Laufwochenende in Bratislava und zu hohl war die Birne von den letzten 3 Belastungswochen mit sehr disipliniertem Training.

So habe ich die Umfänge dramatisch zurückgedreht und habe in den letzten Tagen jeden 2.Tag einen Leistungstest mit Laktatdiagnostik gemacht. Rad-Schwimmen-Laufen und als Draufgabe eienn Halbmarathon am Sonntag. Naja, Regenerationswoche halt.

Ich hatte in allen Disziplinen bei den Tests neue persönliche Bestleistungen und war gespannt, wie der Halbmarathon gehen würde. Beim letzten Race über 21,1km in der Wachau lief ich 1std18min25sec unter idealen Bedingungen, am Sonntag jedoch im strömenden Regen mit tiefen Lacken, bei denen ich mir in kürzester Zeit meine Schuhe füllte. Mein letzter Test gab mir die anaerobe Schwelle bei 3min33sec vor, also ging ich die ersten Km wieder einmal etwas schneller an - nachlassen kann man immer noch! Doch ich war zumindest so vernünftig und bin nicht, wie so viele andere, die Pace von Susanne Pumper mitgegangen, die schlußendlich unter 350 Startern gesamt Zweite wurde und in 1std12min neuen österr. Damenrekord lief.

Die Erste von drei 7 km Schleifen lief ich in 24min46sec (3min32/km) und fühlte mich noch ganz gut dabei. Langsam begann vor mir die Meute einzubrechen und ich musste leise lächeln: auch wenn ich keine 54kg Laufgazelle bin, ein alter Fuchs bin ich noch allemal! Von km zu km sammelte ich sie dann alle ein, die zweite Runde lief ich in verhaltenen 25min05sec. Kurz gerechnet und ein neues Ziel angepeilt: wenn ich die letzte Runde in 25min10sec laufe, dann schaffe ich es unter 1std15min. Tempo nochmals hochgeschraubt, aber der Tank war leer! Ich konnte schrauben so viel ich wollte, schneller als 3min33sec ging es nicht mehr. Aber mein Trost: die anderen konnten noch weniger! Vor mir sah ich bereits Christian Kremslehner, was mir neuerliche Hoffnung auf ein Spitzenresultat gab. Kurz vor dem Ziel schnupfte ich dann noch eine Dreiergruppe und lief mit 1std15min23sec als Gesamt Siebter der Herren und AK 3.Platz ins Ziel. Den alten Rekord um 3min pulverisiert, tolle Generalprobe für den Ironman Australien. Ergebnisse

Warum wurde es dann doch keine “Eins-Vierzehner” Zeit? Weil ich alter Hase die letzten 95 Meter nicht mitgerechnet habe.

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Bitte nicht schwitzen!

Das letzte Wochenende habe ich in Bratislava verbracht, einer netten Stadt unweit der Grenze (2km) von der man gar nicht glauben sollte, dass sie dem alten Ostblock noch mehr zugetan ist als unserem herrlichen Kapitalismus.
Mein sportlicher Auftrag in der Metropole war eigentlich nur ein deutliches Laufschwergewicht zu setzen um einen langen, extensiven Intervalllauf (3×7km mit 4min/km) und tagsdarauf einen langen, extensiven Dauerlauf (150min) zu absolvieren. Rad hatte ich klarerweise keines mit (wird eh nur gefladert!) und geschwommen bin ich jeweils 30min regenerativ am Seil.

Nach einem ausgiebigen Früstück am Samstag erblicke ich die ersten Schneeflocken….mir wird gleich schlecht! Erste Zweilfel kommen auf, ob ich denn bei dieser Kälte mit 155 Puls durch die (unbekannten) Straßen hetzen sollte! Daher erstes Ablenkungsmanöver: beginnen wir mit einem gemütlichen (?!) Gymnstikprogramm im exquisiten Fitnessraum unseres Hotels. Nachdem ich aber die Laufbänder gesehen habe wußte ich: das wird eine Indoor Session! Also 15min aufwärmen im GA1 Bereich und dann Speed auf 15km/h gedreht und ab die Post! Nach 5min beginnt mir ordentlich warm zu werden, nach 10min schwitze ich stark und nach wieteren 15min rinne ich ab wie beim 3. Aufguss in der Sauna. Durch meine dynamischen Bewegungen (No Na - Koordination ist alles!) verteile ich meine Körpersäfte im Umkreis von einem Meter, wobei ich aber die Einstellung habe: der Gast ist König und bei den Preisen in einem 5 Sterne Hotel sogar ein kleiner Kaiser im Königsreich. Die nette Dame am Empfangstisch nimmt meine Absonderungen zum Anlass und bittet mich (höflich aber bestimmt):” Könnten Sie ein bisschen weniger schwitzen?” Obwohl ich doch sehr erstaunt war konterte ich sofort: “It’s bloody hot inside and all windows are closed…but I will try!” Nach meinem zweiten Intervall verlasse ich kurz den Fitnessraum um ein neues, trockenes Handtuch zu holen, wobei mir Rozanna nahe legt, mich doch zwischenzeitlich einmal duschen zu gehen. Da war ich dann sprachlos.
Sonntag in der Früh stand dann eine lange Laufeinheit am Programm. 150 min GA1 - da kann man davor nicht wirkich toll frühstücken. Also mache ich mich an der Rezeption schlau, wie lange denn das “Breakfast available” wäre. Bis 11.30Uhr - Brunch - fantastisch! Also eine kurze Rückwärtsplanung: wann muß ich weglaufen, damit ich inkl. duschen um spätestens 11.00Uhr am Tisch sitze und mir den Wanst vollschlagen kann? Es ist saukalt, heftiger Wind weht und ein leerer Magen und schwere Beine machen das Profileben nicht einfacher, jedoch hält mich der Gedanke an ein herrliches Frühstück bei Laune. Nach exakt 2std35min bin ich wieder zurück, jetzt aber schnell unter die Dusche und nix wie ins Restaurant. Exakt im Zeitplan beginne ich bereits im Lift einzuspeicheln wie der Pawlow’sche Wuffi beim zehnten Glockenschlag als mir ein netter Herr die Türe vor der Nase zuschlägt und mich mit einem “Breakfast only until 11 o’clock” wieder ins Land der “Frühstücks-Alb-Träume” schickt.
Was ist die Moral von dieser Geschichte? Erstens: Glaube nicht, dass ein Fitnessraum immer nur für Fitness gedacht ist! Zweitens: Verlasse dich niemals, aber wirklich NIEMALS auf andere wenn es um das Carbo-Loading nach einer harten Einheit geht! Drittens: auch wenn es die ehemaligen Kommunisten nicht glauben wollen: viel Geld verdienen, nix hackeln und unfreundlich sein spielts nicht einmal im Westen - und drüben schon gar nicht!

 

Das wäre halt eine Alternative:

Laufband-Fahrrad, eine echte Alternative

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It’s over

Vorbei ist er der große Triathlon auf der fernen Insel, für den sich (fast) alle qualifizieren wollen. Man trainiert von Dezember bis Oktober um seine beste Performance abzuliefern. Man opfert Zeit (bei den meisten Freizeit) um den Trainingsplan auf Punkt und Beistirch einzuhalten. Man riskiert Riesentroubles mit der Family, weil man unter der Woche bis spät in den Abend trainiert und am Wochenende schon vor dem Frühstück außer Haus ist, um die lange Trainingseinheit untzerzubringen. Der restliche Sonntag ist dann geprägt von futtern und schlafen. Sollte man Glück im Leben haben und Triathlonprofi sein, dann ist man zwar unter der Woche am Abend zu Hause, aber glaubt mir: am Wochenende geht es mir nicht anders als Euch!

Sollten diese schneidigen Kampfmaschinen, die mit den Oakleys auf der Nase und dem Rotz im auf der Schulter, dann noch eine schlechte Einheit absolvieren, den 400er Test um 5sec langsamer schwimmen als erhofft oder die Tausender auf der Bahn nicht mehr unter 3min20 laufen….Gott bewahre! Dann sind wir nicht nur weniger zu Hause, sondern auch noch unansprechlich, weil unsere zarte Sportseele zutiefst beleidigt wurde.

Wir opfern aber nicht nur Zeit, Gesundheit (glaubt Ihr wirklich dass Ihr mit 20 Stunden Training wöchentlich auf einem Gesundheitstrip seid?) oder die Moral der Familie, wir geben auch Unmengen an Geld aus. Da ich 20 Jahre geritten bin weiß ich was ein teurer Sport ist, aber die Dauerausgaben im Traiahlon sind auch kein Bröserl! Startgelder, Trainingslager, Flugreisen, Räder,….da geht die Kohle drauf, die muß erst einmal irgendwer verdienen.

Und dann hat man also alles unter einen Hut gebracht: das Wintertraining auf der Rolle, den Qualifikations-Ironman in Klagenfurt, den Kredit bei der Hausbank und die letzten harten Trainingswochen im Septmeber, bevor es dann losgeht um im Triathlon Mekka an den Start zu gehen. Wenn man in Kona/ Hawaii aus dem Flieger aussteigt sieht es im ersten Moment, solange die Türen noch geschlossen sind, echt schnuggelig aus. Kein Flughafen im eigentlichen Sinn, sondern einfach nur ein paar Bambushütten. Und dann steigt man aus, und das erste was man bekommt ist eine Mega-Ohrfeige gemischt aus 30°C Temp und 95% Luftfeuchte. UND DA SOLL ICH EINEN IRONMAN MACHEN?????

Auch wenn die meisten Athleten 10 Tage vor dem Rennen anreisen, an diese Hitze gewöhnt sich der Körper nicht so einfach. Entweder man ist hitzebeständig oder nicht. Und dann ist am Renntag auch noch so ein Wetter wie vergangenen Samstag: schwül, wolkenlos, heiß und windig! Das bringt den Körper um, das schaffen die Couchpotatoes nicht einmal 10 Stunden stehend im Schatten und wir wagen uns auf das wildeste Race das erfunden wurde. EINFACH GEIL!

Dass es dann für sooooo viele soooo arg in die Hose geht ist absolut nicht verwunderlich - das ist nicht auf das mangelnde Training oder die Einsatzbereitschaft zurückzuführen. Leute, mit der Kraft und Energie, die Ihr in den letzten 10 Monaten in den Sport investiert habt, würdet Ihr in Eurer Firma vermutlich den Generalmanager vom Thron stoßen (außer Ihr seid es selbst!). Viele gute Athleten haben mehrere Anläufe gebraucht - der aktuelle Hawaiisieger, Chris MacCormack übrigens auch. Der hat es erst beim sechsten Antreten geschafft der enormen Hitze ein Schnippchen zu schlagen.

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Ein Herbstgedicht

Wer reitet so spät durch Nacht und Wind?

Mir egal, ich bin bei Frau und Kind!

Ich habe das Nachttraining nicht mehr Not,

verdiene als Profi nun mein Vollkornbrot.

Vor einem Jahr wurde ich „Vize“ in Hawaii,

dann war es ganz schnell mit dem Bundesheer vorbei.

Seitdem trainiere ich in allen drei Sparten,

doch der echte Erfolg lies noch auf sich warten.

Von Verletzungen geprägt war das Jahr 2007,

daher sind jetzt alle außer mir da drüben.

Kurz vor Australien brach ich mir eine Rippe,

die sichere Quali rutschte mir von der Schippe.

Ich hatte Chancen in Kärnten trotz großer Dichte!

Dann machte eine Angina alles zunichte.

Dann legte ich die Hoffnung in Wisconsin hinein,

aber ich zerbrach mir das Schlüsselbein.

Nun sind schon fast 12 Monate vergangen,

ich muß weiter um einen Startplatz bangen.

Hawaii ist das größte für Triathleten,

dafür würde ich erstmalig auch beten.

Zuerst versuch’ ich Australiens Westen

Ich weiß ich zähle dort zu den besten!

Nur 2 Qualiplätze sind zu vergeben,

schaffe ich es nicht – trainiere ich weiter eben.

Verbringe Weihnachten mit Frau und Kind

in Tasmanien, ohne Kälte und Wind.

Somit sind wir wieder am Beginn,

stellt sich die Frage: „Macht das denn Sinn?“

Wie komme ich aus dem Gedicht denn jetzt weg?

Mein Hirn schlägt vom vielen Training ganz leck.

Jetzt fällt mir aber echt nix mehr ein!

Bin halt kein „Pöt“ – häng mich besser ins Training rein!

 

Tanz mit mir!    Relax!    ab in den Süden    autumn run    echte Arbeit

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10km Sparkassen Satdtlauf Amstetten

Naja, ein wenig ver..scht kommt man sich dann doch vor: nach einer regenerativen Woche und mentaler Präzisionsarbeit für den Laufhöhepunt des Jahres 2007, erhält man dann kurz vor dem Rennen zwei Nachrichten: die Gute: der Teufl Thomas, langjähriger Dominator des Rennens, ist nicht am Start (eine gute Chance weit vorne zu landen!). Und dann die Schlechte: es kommt Martin Pröll, langjähriger Dominator über ALLE Distanzen in ganz Österreich. Geh bitte! Sehr super! Jetzt bin ich bald 39 Jahre und habe diesen sch… Lauf noch immer nicht gewonnen!

Alles war so toll und perfekt in der Vorbereitungswoche: das Schlüßelbein hat sich endgültig erholt, meine Druckstellen vom Radfahren sind auf Grund Radabstinenz verheilt und auch meine Nase habe mich mit dieser verflixten Chlorallergie in den Griff bekommen. Die letzten 200er und 400er auf der Bahn waren schnell wie nie, der Laktattest jenseits der 400er Zone und mein Wettkampfgewicht nähert sich wieder einem Allzeittief. Noch in der Früh dachte ich mir: Sonnenschein, leichter Ostwind und neue Laufschuhe - ich werde sie (fast) alle in Grund und Boden laufen!

Doch am Start stand diese 55kg Gemse mit den Spaghettifüßen vor mir. Ich blickte hilfesuchend in die Runde, ob nicht Tanja irgendwo mit meiner langen Trainingshose sei, so geniert habe ich mich für meine aufgeblasenen Oberschenkel. Er war Hürdenläufer! Naja, der würde wohl keine Probleme mit den Kreisverkehren entlang der Strecke haben, die ich Jahr für Jahr spätestens ab km7 als schier unüberwindbare Hindernisse emfinde. Tanja meinte: der ist nicht gelaufen sondern gehüpft! Gehüpft ist er und ist trotzdem bereits im Ziel als ich gerade die Kilometertafel 9 verschwommen wahrnehme. 30min48sec, mit echten Gegnern würde er wahrscheinlich noch 2min schneller laufen. Ich wurde sechster, Tanja meinte ich sah auch noch ganz gut aus…mehr will ich dazu eigentlich gar nicht mehr sagen! Ergebnis

Nur eines noch: der Pröll kann sicher nicht schwimmen, und wenn, dann sicher nicht so toll wie ich! Sollte er das doch können (was ja nicht wirklich eine Herausforderung ist) dann kann er sicher nicht so hammerhart Rad fahren, nicht mit diesen Beinchen! Braucht er auch nicht: er fährt nächste Woche zur Halbmarathon-WM und peilt eine Zeit um die 1std03min an.

Seht hier die ganze “Bildbeichte”

 

Diese Beine, dieser Flug!    Finsh heiÃ�t Fertig    Die

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