Keller Bernhard

Archive for August, 2007

Auf ein Neues!

Seit heute Montag, kann mache ich wieder alle Sportarten. Die ersten 55 Minuten Schwimmen waren nicht wirklich “fishlike”. Keine Kraft, sehr eingeschränkte Bewegung und absolut NULL Wassergefühl machen bereist 50m Dauerschwimmen zu einem Kampf gegen die Materie. Wenn man nie wirklich ein toller Schwimmer war, so ist ein Start nach längerer Pause immer wieder eine Qual. Aber ich blicke nach vorne: mein nächstes Antreten bei einem Bewerb, bei dem ich mein Schwimmkönnen unter Beweis stellen muß ist der 2.Dezember, und bis dahin sollte ich es doch wieder hinbekommen.

Die letzte Woche habe ich genutzt, um einen Start in die neue Saison so optimal wie möglich vorzubereiten. Meine Kraftkammer wird auf Hochglanz poliert und mit einigen neuen Geräten ausgestattet, um beste muskuläre Voraussetzungen zu schaffen. Außerdem habe ich sowohl am Ergometer als auch am (neuen!) Laufband einen Laktatstufentest absolviert. Das Ergebnis war einerseits ernüchternd (deutlich an Leistung an der anaeroben Schwelle verloren!) andererseits überraschend! Durch das Ergometerfahren, das ich bereits einige Tage nach dem Unfall wieder begonnen habe, habe ich im Grundlagenbereich nicht so drastische Einbußen erlitten wie befürchtet. Alles in allem befinde ich mich auf einem Niveau, das meiner späten Frühlingsform entspricht: der Sommer kann kommen :-)

Ach ja und noch was! Für all jene, die mich gelegentlich nur von hinten sehen und sich beim Anblick meiner Wade denken, dass der Keller nur Flausen im Kopf hat, wenn er nichts traineren kann: recht haben sie…but anyway: I am an Aussie Fan!

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Er kann es einfach nicht lassen!

15 Jahre Ausee Triathlon, und ich war (fast) jedes Jahr dabei! Und nachdem mich die Veranstalter (Tria Team NÖ West) letzte Woche gefragt haben, ob ich nicht Lust hätte in einer Promi-Staffel zu starten, war wieder etwas Adrenalin bereit ausgeschüttet zu werden. Mit einem Lächeln auf den Lippen, einem erhöhten Pulsschlag und einem schüchternen “Na schaun mer mal” habe ich in affenartiger Geschwindigkeit den Entschluß gefasst dabei zu sein und nicht nur daneben zu stehen und zu jammern wie arm ich denn nciht bin.

Also habe ich in gewohnt militärischer Überredungskunst (”Karin, kannst du schwimmen? Ja? Dann wirst du den ersten Teil der Staffel übernehmen!”) meine Partner von vital-line.com, Karin und Jürgen FUNKE, dazu bewegt, den Schwimm- bzw. Laufteil zu übernehmen. Nach etwas Rückstand bei der Auftaktdisziplin mußte ich dann 12km am Straßenrad zurücklegen. Schmerz lass nach! Locker fahren? Denkste! Wie soll denn das gehen? Wenn echte Hobbyathleten vor dir fahren um aufgesammelt zu werden, kann der Berndi doch nicht einfach locker fahren. Also tat ich das, was ich immer tun muß: fahren bis die Oberschenkel brennen und der Schaum am Mund steht! Und das war erstens ziemlich bald (No na!) und zweitens auch im Schlüßelbein zu spüren. However: Pflicht erfüllt - Eitelkeit verwöhnt - dabei gewesen! An Gesamt dritter Stelle nach dem Radfahren konnte Jürgen als abschließender Läufer auf den letzten 1750m noch einige Plätze sehr gut schlecht machen und wir erreichten den ausgezeichneten 9.Gesamtrang was am Ende die Bronzemedaille in der Kategorie der Mixed Staffeln bedeutete. Außerdem habe ich in der Tombola eine “Riesenbrezn” gewonnen (normalerweise reiß’ ich ja eine) - ein erfolgreiches Wochenende das wieder Hoffnung auf weitere Siege gibt.

Was mich aber wirklich stolz macht, ist ein junges Nachwuchstalent, das ich seit einigen Monaten trainiere: der 14 jährige Sohn der Familie Funke, Felix. War er bis vor kurzem noch ein sehr engagierter Eishockeyspieler hat er im April den Entschluß gefasst den Hobbybewerb zu absolvieren. Ausgesprochen motiviert hat er die letzten Wochen trainiert und hat ohne Jammern und Sudern, wie man es von den älteren Semestern immer wieder zu hören bekommt, auch die harten Sachen angepackt wie ein Profi. Trotz sehr großem Rückstand nach dem Schwimmen und der drittbesten Radzeit (!!!) hat er den 4.Gesamtrang erreicht. Hut ab, da kommt ein Talent nach!

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“Das Leben ist ein Würfelspiel….

…wir würfeln alle Tage. Dem Einen bringt das Schicksal viel, dem Andern Müh’ und Plage” 

Würfelspiel für Ungeduldige (meistens Ausdauersportler: “Sie können sich nicht einfach eine Woche ersparen und 2 Wochen nach einem Schlüßelbenbruch trainieren als wenn nichts gewesen wäre! Sie haben den Tornister um 1 Woche zu früh abgelegt! Gehen Sie zurück an den Start und beginnen Sie von neuem! Legen Sie den Tornister erneut an und verbringen Sie erneut 7×24 Stunden mit Ihrem Lieblingsbekleidungsstück! Sollten Sie dieser Aufforderung nicht nachkommen, so wird die Verletzung ewig brauchen bis zur vollständigen Heilung und im schlechtesten Fall bleibt ein Pseudoarthrose! (Pseudarthrose bezeichnet die Ausbildung eines so genannten „Falschgelenks“ infolge Ausbleibens der knöchernen Konsolidierung eines Knochenbruchs)”

Ohne Worte_1 ohne Wort_2

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Tief, tief, tief,…

Während sich andere Athleten Woche für Woche mit ihren Freunden in Gewässern prügeln, auf Rennstrecken jagen und in Zieleinläufen umarmen, sitze ich arme Sau zu Hause und lecke meine Wunden. Während andere die Früchte des harten Trainings der vergangenen Monate ernten und sich entspannt in die Wettkampfperiode fallen lassen, sitze ich eingebunden zu Hause und schwitze bei 130 Puls am Ergometer wie ein Schwein (um bei dem süßen Tier zu bleiben). Während die ganze Welt (so scheint es zu mindest im allerfröhlichsten “Wir haben uns alle so lieb-Sender”) in öffentlichen Bädern und Seen sich die 32°C heiße Sonne auf die Wanpe brennen läßt, darf ich nach meiner Augenoperation nicht einmal hinaus.

Ja, auch das habe ich gleich machen lassen - weil es eh schon wurscht ist habe ich mir einen Kindheitstraum erfüllt: ich kann wieder sehen und das OHNE Sehhilfe!! Im zarten Alter von 12 Jahren haben sie mir eine Nickelbrille verpasst, die mich fortan zum kleinen, dicken, lieben Berndi machte. Die letzten 20 Jahre (verdammt, alt bin ich auch schon!) trug ich vor lauter Eitelkeit (meist gefärbte) Kontaktlinsen, die regelmäßig bei Tempo 50 am Rad einen Abflug und ich einen Blindflug machte. Immer mußte eine Reservelinse dabeisein. Im Flieger wurde es in letzter Zeit immer schwieriger die erforderliche Aufbewahrungsflüssigkeit mitzunehmen und das wichtigste im IM-Ziel war der Aufbewahrungsbehälter. Am Donnerstag war es dann endlich soweit: meine Augen wurden gelasert und ich habe +/-0 (!!!!!!!) Dioptrien und sehe besser als davor. Der Nachteil ist: ich kann eine Woche kaum am Computer arbeiten und muß 3 Monate Sonnenbrillen tragen. Der Grund warum ich diese OP auf die lange Bank geschoben habe war, dass ich 2 Wochen nicht schwimmen darf - aber das ist mit einem gebrochenen Schlüßelbein sowieso nicht leiwaund.

Also, was ist der Status Quo: schlecht sehen tu ich gut und gut trainieren kann ich schlecht. Aber ab jetzt geht es bergauf, da bin ich mir ganz sicher. Seit gestern habe ich die ärztliche Erlaubnis den Tornister, der mich täglich 24 Stunden rücklings begleitet hat, abzulegen. Ich beginne nun mit lockerem Krafttraining, Physiotherapie und Dehnübungen, da die linke Schulter um 20% geschrumpft ist und 5 cm hochgezogen ist. Wenn ich jetzt schwimmen würde, würde ich nach 10m am Beckenranbd anschwimmen. Aber da ich mit Dr.Lenz und Gieber Sabine ein tolles Team um mich herum habe werde ich schon bald wieder die Straßen unsicher und das Schwimmbecken wellig machen. Nur das Freibad. das bleibt für mich im Jahr 2007 gesperrt - dafür brauche ich keine Brille!

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