Keller Bernhard

Archive for December, 2007

Die ersten Bilder vom Race!

Spät aber doch habe ich nun die ersten und einzigen Bilder vom Rennen. Da diese sauteuer sind, habe ich mich auch auf das notwendigste beschränkt. Sollte jemand einmal Lust haben und als mein Haus- und Hoffotograf das nächste mal mit nach Australien oder Hawaii fahren wollen - gebt mir Bescheid! Ich zahle euch den Flug und 3 Wochen Unterkunft und steige vermutlich immer noch besser aus, als beim deal mit den Blutsaugern der Fotodienste.

Gib dem Affen Zucker    Bike_WA.jpg    Letzte Wende dann kommt das Ende   

Irre Körperspannung bis zum SchluÃ�    Noch 10 Meter    Diese Socken machen lange Beinchen!

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Bin wieder da!

…nur für den Fall, dass mich jemand vermisst hat!? Ganz ehrlich: ich habe mich nicht den Bruchteil einer Sekunde auf die Rückkeher aus dem warmen, sonnigen und von netten Menschen bewohnten Australien gefreut. Außerdem hatte ich alles bei mir was das Leben lebenswert macht: Niklas, Tanja, mein Bike und 15 Stunden Sonnenschein. Jedoch wurde der australische Sommer abrupt vom europäischen Winter abgelöst, in dem viele unserer Mitbürger grantig und rücksichtslos in den Tag leben. Es ist erschreckend welchen Kulturschock man erlebt wenn man in Frankfurt landet und versucht beim Informationsschalter zu erfragen, auf welchem Terminal Air Berlin den Check-In schalter hat. Ich kann doch nichts dafür, dass der “nette” Herr hinter der Budel bereits um 06.00Uhr arbeiten muß?!

Das Race war geistig schnell verarbeitet, ein wenig traurig über meine Schwimmleistung die mir den Anschluß an die mittlere Spitze versaut hat (”beim Schwimmen wird nichts gewonnen aber alles verloren”) und sehr stolz auf meinen Marathon, der mit 2std48min einer der schnellsten war, der je in Australien in Zuge eines Ironman gelaufen wurde. Am Tag danach bekam ich dann eine ziemlich schwere Verkühlung. Kein Wunder: der Körper war völlig geschwächt und im Campervan hat es ein wenig gezogen (”Open Window Syndrom”)

Doch dann ging es auf eine wunderbare Reise, bei der wir 10 Tage den Südwesten Australiens abfuhren und die letzten beiden Wochen in Tasmanien verbrachten. Diese Insel südlich von Melbourne und auf einem Breitengrad, der mit Sardinien vergleichbar ist, beherbergt die schrägsten Tierarten (Platypus, Wombat, Echidna, Känguru, Seelöwen, Pinguine,…) und die dichtesten Regenwälder die ich je gesehen habe. 90m hohe Bäume wechseln mit Palmen, Farnen und wilden Wasserfällen - ein Naturspektakel wie man es nur sehr selten zu Gesicht bekommt. (Aktualisierung der Bildergallerie in Kürze!)

Nachdem ich eigentlich auch gar nicht vor hatte Sport zu betreiben und es die Umstände gar nicht zuließen, war das Maximum was ich aus meinem Körper rausgeholt habe, ein wenig Schwangeschaftsgymnastik, wobei dieser Terminus auf meine neu gezüchteten Fettzellen sehr gut zutrifft (O-Ton Maxx: “…na, der Burli steht aber ganz schön guat im Saft!”) Naja, wenigstens friere ich nicht mehr, wenn ich in den Pool springe.

Das klassisch bewährte und heuer erstmals durchgeführte “oide Joa aussefoan” mit meinem alten (bereits 39 Jahre!) Spezl SIBS (Florida-WM Starter, Ironman Aspirant) wird meine letzte Einheit in einem ziemlich komischen Jahr 2007 sein. Meine Ziele für 2008 sind schon schemenhaft strukturiert und ich werde sicher in den nächsten Wochen meinen alten Kampfgeist (und hoffentlich auch das Kampfgewicht) wieder zurück haben. Ich wünsche besonders mir ein erfolgreiches Wettkampfjahr und hoffe, dass meine Träume in Erfüllung gehen! Natürlich wünsche ich das auch Euch, denn Träume sind da um gelebt zu werden!

All jenen, die da draußen in der Finsternis sitzen und versuchen durch Rücksichtslosigkeit und Ignoranz den anderen Menschen den Tag zu vermiesen wünsche ich für die nächsten Jahre die Möglichkeit über den Tellerrand zu blicken. Nehmt euch ein Beispiel an anderen Kulturen, in denen das “How are you?” Usus ist und man sich freut, wenn man ein: “Thanks, I am fine and how are you today?” bekommt.

CIMG3766.JPG     Die zwei oidn Deppn

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Korrektur

Nachdem ich hier ziemlich schlechten Internertzugang habe, konnte ich auch die Ergebnislisten nicht so genau kontrollieren; dabei ist mir ein Fehler unterlaufen! Ich bin Gesamt 15er geworden, bei den Profis jedoch 14. D.h. ein AgeGrouper hat sich noch vor mich gedrängt. Ähnlich verhält es sich mit der Marathonzeit. Da ist ein Amateur noch schneller gerannt als ich!

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Einzelhaft mit Marathon-Bestzeit

Es gibt wenige Sportarten, bei denen man so auf sich alleine gestellt ist wie bei einem Ironman, wenn man bereits in den ersten 2 Minuten den Anschluß ans Feld verliert. Ich habe mir viel vorgenommen, nicht alles erreicht, aber ich blicke nun trotzdem zufrieden auf diese angeschlagene Saison zurück.

Obwohl meine Anreise sehr kurzfristig war, habe ich weder unter dem Jetlag noch unter den Temperaturen gelitten. Der Schwimmstart um 6 Uhr morgens war mit knapp 50 Profis ungewöhnlich ruhig, jedoch hatte ich das Pech, daß mir bereits nach wenigen Metern ein Athlet die Schwimmbrille vom Gesicht schlug und ich ab diesem Zeitpunkt den Anschluß ans Feld verlor und bis zum Zieleinlauf das gesamte Rennen völlig allein absolvierte. Daraus resultiert auch die eher enttäuschende Schwimmzeit von 59 Minuten. Ich hatte ein gutes Wassergefühl… aber im “Packl” schwimmt es sich doch anders.

Zum ersten Mal in meinem Leben habe ich die 180 km am Rad sooo alleine absolviert. Die nächsten Gruppe am Rad war nicht zu sehen und so fuhr ich bei mässig starkem Wind mein eigenes Rennen, dauernd mit der im Hinterkopf lauernden Angst, daß mich bald die schnellsten Agegrouper einholen würden. Aber die erste Welle der Agegrouper überrollte mich erst bei km 140. Währenddessen sah ich auf der 3x 60 km Wendepunkt-Strecke die führenden Profis in Großpaketen - es gab einen Marshall für 30 Radfahrer. 4 std 54 min: dafür, daß ich alles alleine gefahren bin eigentlich ganz schön stramm… An meiner angepeilten Zeit von 4 std und 40 min bin ich leider deutlich vorbeigeschrammt!

Aber jetzt: Mit einer unglaublichen Wut im Bauch ging ich auf die 3×14 km Laufstrecke mit dem Gedanken eine neue Marathon-Bestzeit aufzustellen und doch noch möglichst knapp an die 8 std 40 heranzukommen. Trotz grosser Schmerzen in der Muskulatur konnte ich die ganze Zeit das Tempo sehr hoch halten und lief mit 2 std 48 min den schnellsten Marathon aller 1000 Teilnehmer! (in den letzten Jahren konnte nur Jason Shortis diese Zeit unterbieten..) Nach dem Radsplit auf dem 60. Gesamtrang, konnte ich mich bis ins Ziel auf den 14. Platz vorarbeiten und stellte mit 8 std 41 min 21 sec einen neuen persönlichen Ironman-Rekord auf!! Mit dieser Zeit wäre ich in den letzten 3 Jahren beim IM Western Australia niemals schelchter als 6. Rang gewesen. Durch die für einen neuen Weltrekord ausgesetzte Prämie von 50.000 AUD liessen sich aber ungewohnt viele Profis anlocken (…8 std 41 min und 14. Platz, das ist ja wirklich arg!)

Alle, die mich kennen wissen, daß ich mich nicht sehr schnell mit meiner Leistung  zufrieden gebe. Grundsätzlich hatte ich bis zum Ende des Radsplits ein sehr schlechtes Gefühl meine Performance betreffend. Rückblickend beurteilt sind sowohl die Schwimm- als auch die Radzeit ganz in Ordnung.

Jetzt werde ich einige Wochen Abstand vom harten Training nehmen, meinem Körper nach 12 Monaten Belastung die nötige Regeneration zukommen lassen und Weihnachten in Tasmanien verbringen.

PS: H.K.: die versprochene Pizza und den Kakao werde ich einfordern!

um diesen Steg verlief die Schwimmstrecke       dreas_aus.jpg       Run_Aus.jpg

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