Keller Bernhard

Archive for January, 2008

04.30Uhr Tagwache

Da war es ja beim Bundesheer noch gemütlicher! Nachdem ich zur Zeit 5 bis 6 mal die Woche schwimmen gehe (dieses Desaster wie in Australien gebe ich mir nicht noch einmal) rasselt mein Wecker beinahe täglich zwischen 04.30Uhr und 05.00Uhr. Einmal die Woche geht es ab nach St.Pölten, wo mir König Norbert und Schwarz Christoph (ehemaliger Staatsmeister Rückenschwimmen) immer beweisen, dass der Abstand zur Spitze wahrlich gerechtfertigt war. Nach solchen Morning-Sessions will ich meist nur schlaaaafen, so schmerzen oft die Glieder. Während die anderen 200m Lagen im lockeren Grundlagenbereich schwimmen, bin ich nach den ersten 50m Delphin schon so blau, dass ich Rücken und Brust nur mehr im regenerativen Bereich schwimmen kann.

Samstags ist dann Kuso-Day, mit Harry, einem Amstettner Triathlonfreund der mir auch noch manchmal den Hintern versohlen kann. Auch da heißt es regelmäßig: andrücken bis nichts mehr geht. Nun ja, nach 10 Jahren baden muß nun ordentlich geschwommen werden um einen weiteren Leistungszuwachs zu erhalten. Aber ich bin mir sicher, dass die anderen auch nicht recht viel mehr Spaß dabei haben!

Übrigens: 13.April, Ironman ARIZONA!!

swim in the morning.jpg after swim.jpg

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Tscheina oder Errisona?

ironmaarizona.jpg            ironmanchina.jpg

Das ist die Frage die mich nun schon seit einigen Wochen (eher Tagen) beschäftigt. Nachdem ich aus meiner verschlafenen Regenerationszeit aufgewacht bin und bis vor kurzem noch nicht wußte, ob ich überhaupt einen Ironman im Frühjahr machen werde, stehe ich nun vor der Entscheidung den Asiaten oder Nord-Amerikanern mein Geld nachzuwerfen. Bekannterweise rangieren diese beiden Erdteile auf meine Beliebtheitsskala nicht ganz oben, weil die einen die Menschenrechte mit Füßen treten und die anderen glauben, dass sie die Weltherrschaft durch Tyrannei und Unterdrückung erreichen können. Wie auch immer - in Europa komme ich nicht unter und Australien wegen 7 Tagen? Das ist schon etwas heftig.

Ironman China hätte den Vorteil, dass dies der allererste Ironman in der Geschichte des Landes ist, daher nicht allzu starke Starter vor Ort sind und die Quali für Hawaii daher nicht unrealistisch wäre. Außerdem bin ich mir ziemlich sicher dass die Schlitzau Chinesen im Vorfeld der olympischen Spiele ein perfektes Rennen aufziehen werden.

Der Ironman in Arizona wäre hingegen schon der Kosten wegen ein verlockendes Angebot. Während ich bei beiden Rennen bereits einen freien Startplatz in der Tasche habe, würde mich der Flug nach Phönix nur die Hälfte kosten und ich hätte die Möglichkeit eines “Homestays” (=eine amerikanische Gastfamilie würde mich auf Bitten des Veranstalters bei ihnen gratis wohnen lassen). Die Frage ist nur ob ich das wirklich will? Außerdem gibt es in Arizona 5 (!) Startplätze für die männlichen Profis und in den letzten Jahren reichte ein Zeit um die 9std um dabei zu sein….

Hatten wir diese “Milchmädchenrechnung” nicht erst letztens?

 

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Melker Pioniere im TV

 

 

Melker Pioniere

 

Meine militärische Heimat ist das Pionierbataillon3 in Melk. (Ja, vielleicht hast Du nicht gewusst, dass ich Berufsoffizier im Range eines Hauptmannes bin?) Über 10 Jahre habe ich dort meinen Dienst versehen, bevor ich mich im Feber 2006 karenzieren lies um mich als Profi voll auf den Sport konzentrieren zu können. Mein Kommandant, Oberstleutnant KAUFMANN Wolfgang, hat mit seinen Soldaten in den letzten Jahren diese Kaserne, die von der Schließung bedroht war, zu DEM führenden Verband im österr. Bundesheer gemacht.

Gerade rechtzeitig zum bevorstehenden Tschad-Einsatz, bei dem die Melker Pioniere die Speerspitze der 160 Mann/Frautruppe bilden werden, sendet ORF 2 am Sonntag, 13.Jänner um 18.25Uhr eine 25minütige Sendung zum Thema “Helfer ohne Grenzen - Die Pioniere in Melk”. Diesen Film lege ich besonders all jenen ans Herz, die trotz der umfangreichen Assistenz- und Katastropheneinsätze im letzten Jahrzent noch immer kritisch der Sinnhaftigkeit des Bundesheeres gegemüberstehen.

IMG_0015(1).jpg  IMG_2.jpg Hochdekoriert, aber unscharf :-(

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Alle Motoren volle Kraft zurück!

Genauso glaube ich benimmt sich mein Körper am Ende der Fastenzeit, die ich gerade hinter mich gebracht habe. Absolut keine Energiebereitstellung für unnötige Dinge. Während das Training auf den Fettreserven ganz toll klappt, friere ich den ganzen Tag wie ein nackter Hund. Sogar die ersten 20min am Ergometer sitze ich mit Haube, dicker Jacke und Handschuhe um nicht vor lauter Zittern vom Rad zu fallen. Und offene Fenster sind zur Zeit sogar beim Schlafen tabu.

Nackter Hund!.jpg

Wann endet Stretching und beginnt eigentlich Yoga? Wenn man ohne Musik, bzw mit einem langen “Hommmmmm” turnt? Oder ist es die Dauer des Dehnreizes? Ich glaube ich befinde zur Zeit auf einem Weg zum halbfertigen Yogi - meiner Oberkörpermuskulatur wird es ja nicht schaden.

Was tut sich auf den Nebenfronten? Damit meine ich nicht die österreichischen Triathlon-Superstars, die sich in Florida (N.L.), Dubai (W.L.), Waldviertel (A.F.) bzw in Obergrafendorf (na wer schon?) befinden. Damit meine ich meine berufliche Zukunft! Die wird gerade gebaut -> wie unten zu erkennen, bekomme ich eine eigene Ordination, nachdem ich die letzten Jahre die Leistungsdiagnostik in den Räumlichkeiten von Tanja gemacht habe. Schaut gemütlich aus, oder?

CIMG3779.JPG

 

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FASTEN !

…your seat belts!…NEIN, das wäre schön, aber bis zum nächsten Abflug dauert es noch einige Wochen. Bis dahin heißt es die “Sünden” nach 4 Wochen Australien zu büßen. Sportabstinenz, literweise Cola Zero, Soya Schnitzel und Vegie-Burger und zwischendurch immer wieder ein paar saltless Nuts haben Spuren hinterlassen. Während mich die paar Kilo Übergewicht nicht so stören (da habe ich schon einmal mehr abgenommen!), habe ich mich nach meiner Rückkehr in meiner Haut nicht mehr wohl gefühlt (wortwörtlich!) Also habe ich mich wiedereinmal zu einer gründlichen Körperreinigung entschlossen, die 12 Tage lang von innen stattfindet.

Auf einige gründlichen Entlastungstage, an denen der Körper an den Nahrungsentzug gewöhnt wird, erfolgen 6 Tage Fastenkur, an dene es keine feste und keine vernünftige flüssige Nahrung aufgenommen wird. Wenn man einen Magen hat wie ich, der gewohnt ist regelmäßig gefüllt zu werden, dann sind bereits die ersten Stunden heftig, da schon alleine der Gedanke an Hunger mich nervös macht und einzelne Schweißabsonderungen auslöst. Am ersten Tag des Fastens galubt man sterben zu müßen, speziell wenn man sich in der Früh einen halben Liter SAUERKRAUTSAFT (!!!!) in die Speiseröhre leert. Mittags wird dann voller Liebe eine Gemüßebrühe zubereitet, die völlig salzlos und ohne Suppenwürfel auch dementsprechen schmeckt. Und abends gibt es dann, oh Freude, einen Saft von roten Rüben (der ist übrigens nicht viel besser als der in der Früh). Um es kurz zu machen, der zweite bis sechste Tag ändern sich in keinster Weise, außer dass man nach 48 Stunden keinen Hunger mehr verspürt. Plötzlich schmeckt die Suppe gut und auch die Gemüsesäfte sind ganz ok, da ich weiß dass dies meine einzigen Kohlehydrate sind, die ich zu mir nehme. Diese brauche ich übrigens für mein Hirn, der Rest meines Körpers muß mit dem Fett auskommen, das ich aus Australien mitgenommen habe.

Da sind wir schon beim Trainining: die ersten Tage waren hart, mittlerweile genieße ich die Leichtigkeit des Seins. Ich bin wieterhin 15 Stunden unterwegs, jedoch kommt der Puls kaum über 125 Schläge und die Muskeln brennen bei der kleinsten Steigung. No Problemo!

Man merkt bereits nach wenigen Tage wie dankbar der Magen- und Darmtrakt dafür sind, nicht permanent belastet zu werden und der Schlaf dem eines Engel gleicht. Die Geruchs- und Geschmackssinne werden unglaublich präzise (darum schmeckt mir auch auf einmal die salzlose Suppe) und ein positiver Nebeneffekt stellt sich auch ein: täglich ein kilo weniger auf der Waage! Doch halt! Diese Kur ist nicht zum Abnehmen gedacht, denn es ist mir bewußt, dass nach einer Crashdiät oft der gefürchtete JoJo-Effekt eintritt. Aber das ist eine andere Geschichte…

 Frühstück Mittagessen Mmmh lecker, Abendessen! 8-10 Liter täglich!

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