Archive for February, 2008
Frühling in der Wachau
So schnell geht’s. Beim letzten Post habe ich noch gejammert wie arm ich nicht in dieser bösen Kälte bin und schon fahre ich bei 18°C und strahlende, Sonnenschein durch das schöne Niederösterreich. An meiner Seite, wie so oft in den letzten Wochen, der Norbert.
Mittlerweile haben wir eine richtige TG (Trainingsgemeinschaft) geschaffen und absolvieren neben dem bewährten Schwimmtraining am Mittwoch in der Früh ein gemeinsames Bahntraining und eine laaaaange Ausfahrt. Wie es halt für Triathleten so üblich ist. Wer glaubt das sei Spaß, der hat sich gründlich getäuscht: denn nach dem Schwimmen geht unser erster Weg immer direkt zum Frühstück, weil unser Zuckerspiegel dermaßen im Keller ist. Das Lauftraining findet glücklicherweise neben einem WC statt, da es hier schon das eine oder andere mal zu einer “Notdurft” kommen kann. Und dass regelmäßig Westwind herrscht wenn ich von Amstetten nach Obergrafendorf fahre um dann alleine gegen den Wind heimradeln zu können - daran kann ich mich nicht wirklich gewöhnen. Da bin ich immer heilfroh, wenn ich, so wie heute, nach über 200km endlich eine Portion Nudeln zwischen die Kiemen schieben kann
Comments are off for this postMinus 2Grad, harter Wind, 127 Schläge, 87 Meilen
Was klingt wie ein Auszug aus dem nautischen Logbuch einer römischen Galeere waren meine Trainingskennziffern der “Härteausfahrt” letzten Donnerstag. Die Jungs auf der Galeere hatten es wenigstens warm, ich dagegen war eingepackt wie ein Neger in Grönland: am Oberkörper 7 (!!) Schichten von mehreren Unterleibchen bis zur Warnweste (maßgeschneidert von der Tante Gerti), auf den Füßen über den Socken und Schuhen weitere 4 Schichten um den Wind abzuhalten - außerdem als Schuhsohle eine integrierte Fußbodenheizung (=Schischuhwärmer), die macht solche Ausfahrten richtig kuschelig. 3 Paar Handschuhe machen jedes Bremsmanöver zu einem Abenteuer, aber das ist in der Nebelsuppe, die in Amstetten letzte Woche geherrscht hat, sowieso immer der Fall.
Neben dieser 140km Ausfahrt habe ich diese Woche weitere 4 längere Einheiten absolviert, und keine einzige auf der Rolle! Jedoch war es nirgends so kalt wie am Fuße des Saurüssels: MINUS SEX GRAD!!! Da ist man froh, wenn man um den Gefrierpunkt fahren darf. Nachdem ich meine neue Radcomputer Ausrüstung von Polar erhalten habe (danke Gerald Gröhsenbrunner!) kann ich auch jederzeit festhalten wann, wie viel, wie hoch, wie oft und wie kalt es war - aber das warum, das kann mir keiner sagen.
Comments are off for this postDanke Mario!
Hey Mario (Huys), du hast einmal gesagt aus einem Esel kann man kein Rennpferd machen. Ok, Rennpferd bin ich keines geworden, aber ein ganz schön schneller Esel. Dafür möchte ich Dir von ganzem Herzen danken!!
Nach meinem Desaster in Hawaii im Jahre 2003 wußte ich, dass ich mich nicht mehr selbst trainieren kann - zu oft ist der innere Schweinehund durchgekommen und hat mein Training zu seinen Gunsten abgeändert. Da dachte ich: ich brauche wieder einen schriftlichen Befehl (=Trainingsplan) um hart trainieren zu können - wie ich es in meinem Beruf eben gewohnt war. So habe ich dich damals auf der Autobahnstation Chiemsee getroffen und Du hast zugesagt mich ein wenig zu begleiten. Aus dem “Wenig” wurden über 200 Trainingswochen und unzählige Stunden und Kilometer, an denen ich dich nicht nur einmal verflucht habe. Doch wir haben ohne viel zu quatschen immer sehr gut kommuniziert, du hast gewußt wie es mir geht auch wenn wir nur alle 4 Wochen telefoniert haben - da waren diese Schwingungen….
Meine größten Erfolge habe ich sicher Dir zu verdanken: während du 2004 über meinen AgeGroup Sieg in Klagenfurt noch einigermaßen erstaunt warst, hast Du meinen Sieg beim VIENNAMAN 2005 beinahe vorhergesagt. Und wenn ich könnte, würde ich Dir die Hälfte meiner Vize-Weltmeistermedaille aus Hawaii 2006 abgeben - denn da hast Du mich über 8std54min in der Lavawüste im Kopf begleitet.
Mitte des letzten Jahres, nach vielen Verletzungen und Niederschlägen, wußte ich aber auch, dass nun etwas passieren muß, um mich noch ein Stück vorwärts zu bringen. Nach meinem Schlüsselbeinbruch im August 2007 habe ich mich wieder mit mir selbst mehr auseinandergesetzt und nicht nur mit den von mir betreuten Athleten. Ich habe viele neue Bücher gelesen und mich schlau gemacht, wie denn die anderen Triathleten around the world trainieren. So habe ich in den Monaten vor Australien mein eigenes Konzept entworfen und bin damit am 02.Dezember beim Ironman Western Australia ganz gut gefahren. Mittlerweile habe ich wieder das Selbstbewußtsein, dass ich für mich der beste Trainer bin - nach 15 Jahren Triathlon und 12 Ironmanbewerben werde ich die letzten Jahre meiner aktiven (Profi-)Karriere eigene, neue Wege gehen.
Du hast mich viele Jahre an der Hand genommen und mich dorthin geführt wo ich jetzt bin. Sowohl als Sportler als auch als Trainer habe ich Dir viel zu verdanken und ich schätze Dich als Freund und Mentor. Auch wenn wir nicht mehr über Sport Control in Verbindung bleiben, bin ich mir sicher, dass die nächsten Monate und Jahre unser Kontakt und unsere Zusammenarbeit sehr intensiv bleiben werden.
Dein Renn-Esel!
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