Archive for April, 2008
“Amstetten” - “Keller”
Diese beiden Worte gehen zur Zeit um die Welt. Doch leider sehr negativ, nachdem dieses unglaubliche Drama um eine 42jährige, die 24 Jahre in einem Kerker gehalten wurde, publik wurde. “In der Ybbsstraße…..” - ich meine das ist so gut wie meine Nachbaraschaft, so wie eigentlich alles in dieser kleinen Stadt. Man kann gar nicht glauben dass Verbrechen, die üblicherweise in Amerika oder Afrika so weit weg scheinen, doch auch “beim netten Nachbar von nebenan” passieren können.
Nicht auszumalen, wie viele Menschen fähig sind so eine Tat zu verüben. Ein Gerichtspsychiater meinte gestern im TV man müsse loskommen von der Vorstellung, dass diese Verbrecher krank sind. Die sind nicht krank sondern schlicht und ergreifend böse! Leben wir etwa doch nicht in so einer heilen Welt wie wir uns das immer vorstellen? Oder ist diese Welt nur kleiner geworden? Können wir, wie unser Bezirkshauptmann meint, wirklich keinem Menschen mehr trauen oder sollte man die Menschen kritischer betrachten?
Es wird in irgendeiner Art und Weise auch meine Perspektiven verändern denn ich bin der Typ der den meisten Menschen von Grund auf vertraut und eher unkritisch und positiv die Umwelt wahrnimmt. Doch wenn ich darüber nachdenke was alles in der Nachbarschaft so passieren kann und das Böse so nahe ist…..
Comments are off for this postSuper Einstieg ins neue Wettkampfjahr 2008
Nachdem das letzte Jahr durch Verletzungen geprägt war und ich bereits den ersten Wettkampf in Australien auf Grund eines Rippenbruches absagen mußte, kann ich nach dem Ironman Arizona heuer bereits mit einer Top Ten Platzierung prahlen. Dass es für die Hawaii Qualifikation nicht gereicht hat lag nicht an meiner schlechten Form sondern an der großen Nachfrage! Die ersten Vier haben sich auch die 4 begehrten Plätze geschnappt und nachdem ich mit den anderen auch gesprochen habe, hätten für mich wohl 10 Plätze verfügbar sein müßen um es über den großen Teich zu schaffen. ALLE (!) hätten einen Slot genommen. Die Dichte an der Spitze wird immer größer.
Doch die Saison ist noch lang, Hawaii erst im Oktober und ich habe mir als nächstes (großes) Ziel den Ironman Klagenfurt am 17.Juli gesteckt. Hier wird es noch ungleich härter werden, da bekannterweise sehr viele Top Athleten am Start sein werden. Jedoch werde ich mit großer Zuversicht die nächsten Monate, die gewiss die härtesten meiner Karriere werden, trainieren. Ich habe in Mallorca erstmals gespürt was eine 40 Stunden Trainingswoche bewirkt und welchen Leistungsfortschritt man erzielt, wenn man in zwei Wochen gute 1500 km am Rad sitzt. Ich hatte beim Ironman ein sehr gutes Gefühl, obwohl ich meine Saisontopform noch nicht erreicht habe. Beim Schwimmen habe ich auch deutliche Fortschritte gemacht - 56min für 3,8 km bin ich noch nicht oft geschwommen! Und beim Laufen mache ich mir schon gar keine Sorgen.
Bereits im Mai beginnt die Triathlonsaison mit einer olympischen Distanz (1,5km/40km/10km) in Obergrafendorf, danach ein Zeitfahren in Euratsfeld und jeweils eine Mitteldistanz (1,9km Schwimmen/ 90km Rad/ 21km Lauf) in Linz und Wien. Im Juli dann der Ironman Austria und wer weiß, vielleicht zieht es mich ja noch im August zum Ironman Canada?
Wenn ich auch nicht das größte Ausdauertalent bin, ich bin ungeheuer motiviert und kann auf eine sehr große Erfahrung zurückgreifen. Ich versuche bereits im Vorfeld ein Rennen auf Grund der Teilnehmer, der Streckenführung, der Witterung und des Windes zu analysieren und mich bestmöglich darauf einzustellen. Bereits in Arizona habe ich diese Stärke ausgespielt und es wird von Rennen zu Rennen besser!
Comments are off for this postLeider keine Hawaii Quali, trotzdem Ziel erreicht!
Diese erste Nacht nach einem Ironman ist immer ziemlich hart. Einerseits falle ich immer um spätestens 22.00Uhr todmüde ins Bett (ich habe es noch NIE!! an die Finishline geschafft, um die letzten Finisher um 24.00 Uhr zu feiern), andererseits bin ich so aufgekratzt, dass ich alle 2 Stunden aufwache. Da hat auch das “Post Race Gyros” mit einem Seiderl nicht geholfen.
Heute war um 09.00Uhr die Hawaii-Slot Vergabe. In den letzten Jahren sind immer 5 Plätze vergeben worden und 2007 und 2005 konnten die Zehntpatzierten noch einen ergattern. Heuer wurde NACH (!!!!) dem Rennen auf Grund der fast 50%igen Ausfallsquote bei den Männern kurzfristig entschieden, dass nur 4 Plätze an die männlichen Pros gehen, und diese wurden auch von den ersten Vier angenommen. Bei der Siegerehrung habe ich mit dem Fünften, Rene Göhler, geplaudert. Man kann sich vorstellen wie der sauer war: gestern abend hatte er noch fix damit gerechnet, heute erfährt er dass er durch die Finger schaut. Für mich gilt also auch diesmal: bitte warten! Die nächste Chance habe ich am 13.Juli in Klagenfurt.
Bei der Siegerehrung, bei der ich erstmals als Profi am Podest war, habe ich dann eine ganz interessante Statistik erfahren: wir hatten eine Tageshöchsttemperatur von 35,6°C, was in der Geschichte der Ironmanrennen in Nordamerika das dritt-heißeste war! Das war auch der Grund der hohen Ausfallsquote: 17%! Mehr als in irgendeinem anderen Rennen in Nordamerika je zuvor.
Auch wenn ich mein allerhöchstes Ziel, nämlich die Hawaii Quali nicht erreicht habe, ich war mit meiner Performance zufrieden. Da es bei den Rennen in Nordamerika deutlich zwischen Pros und Amateure unterschieden wird (wobei die Profis beim Rennen wie Schwerverbrecher beobachtet werden und die Amateure im 20er Pack am Rad machen können was sie wollen), habe ich nun hier die erfreuliche Zusammenfassung meiner Splitzeiten reüssiert: es waren gesamt 34 männliche und 22 weibliche Profis am Start, wobei ich beim Schwimmen nach 56:16min 10 Männer hinter mir lassen konnte. Am Rad habe ich dann mit 5 Stunden geradeaus die 10.schnellste Zeit aller (gefinishten) Profis hingelegt und bin auf den 14.Platz vorgefahren. Danach konnte ich noch mit der 8. Laufzeit von 3:07:26 Stunden auf den 10.Platz vorlaufen und in 09:08:04 Stunden finishen.
Heute bin ich nachmittags noch eine dreiviertel Stunde schwimmen gewesen und war dann die meiste Zeit mit Ressler Markus zusammen. Den hat es auf der 2. Radrunde zerrissen, warum weiß man (noch) nicht. Aber es ist halt heavy wenn man ein halbes Jahr hart trainiert und dann hat man ein DNF (did not finish) stehen. Ich selbst reise morgen ab und bin dann Mittwoch Vormittag wieder zu Hause, um am Nachmittag Felix und den anderen Kids das Schwimmen beizubringen, damit sich diese in einigen Jahren nicht immer so abkämpfen müssen wie ich es tue.
Ach ja noch was: ich möchte auf diesem Wege allen danken, die mir per eMail viel Erfolg und mir anschließend gratuliert haben. Leider habe ich hier so eine besch…. Internetverbindung, dass ich meine eMails kaum bearbeiten kann. Daher auf diesem Wege: DANKE!
Comments are off for this postTop Ten! Na endlich!!
Zehnter Platz bei den Profis in einer wahren Hitzeschlacht bei 35°C und heftigem Wind. Ich habe mein allerbestes gegeben, hatte außer einigen Krämpfen beim Laufen nie einen Durchhänger und weiß jetzt: DAS kann ich, nicht weniger aber auch nicht viel mehr. Ich hatte einen 100%igen Wettkampf, war extrem stark und habe meine Topform und meine Routine ausgespielt. Die Jungs die an der Spitze arbeiten, werde ich nie erreichen. Es war ein absolut fairer Wettkampf, an der Spitze wurde sicher nicht gemogelt und auch ich bin 160 der 180 km völlig alleine im Wind gefahren. 5 Stunden am Rad, das ist bei diesen Verhätnissen schon ganz stark - aber die Führenden fahren noch 20min-30min schneller -> UNVORSTELLBAR!
Der Reihe nach (ich habe noch keine exakte Ergebnisliste und mein Analysator H.K. läßt mich auch im Stich!): das Schwimmen war bereits ein toller Auftakt. Nachdem 80 Profis unterwegs waren, fand ich diesmal eine Gruppe, die mein Tempo schwamm und da habe ich mich gleich einmal eine halbe Stunde reingehängt. Dann wurde es mir aber doch ein wenig zu gemütlich. Ich habe gemeinsam mit 2 anderen eine neue Spitze gebildet und bin nach 56min aus dem Wasser gestiegen. Das ist so ziemlich die beste Zeit, die ich je geschwommen bin.
Die Radstrecke hatte es ganz schön in sich: 30km gegen immer stärker werdenden Gegenwind leicht bergauf, danach die gleiche Strecke wieder mit vollem Karacho zurück. Die ersten 15km auf der Radstrecke gestalten sich bei mir immer etwas schwierig, da ich nach dem Schwimmen einige Zeit brauche bis ich in den Tritt komme. Aber danach ist die Post abgegangen. Am Ende der ersten Runde habe ich ein Feld von ca. 6 Athleten angeführt, die ich dann rasch losgeworden bin. Ich habe in der zweiten Runde einen guten Vorsprung herausgefahren, den ich dann noch in der letzten Runde ausbauen konnte. Wenn man sich vornimmt mit 36km/h Schnitt zu fahren, und man fährt mit 25km/h bergauf, muß man die zweite Hälfte immer knapp unter 50km/h fahren. Auch bergab, mit Rückenwind und Heimweh: eine 56/11 zu treten tut einfach weh, auch wenn man 100U/min tritt. Das ist einfach ein dicker Gang, der seine Spuren in der Muskulatur hinterläßt. So habe ich mich vom gesamt 51. Rang nach dem Schwimmen (ich weiß leider nur die Ergebnisse inkl. Altersklassen-Athleten) auf den 18. Rang vorgearbeitet, und habe mich auch noch ganz gut dabei gefühlt. 5 Stunden am Rad war so etwa die 10.-15.schnellste Radzeit der 1700 Athleten. Das Gefühl hat also gestimmt. Und dabei habe ich so klingende Namen wie sergio Marques, Philip Kristl und Swen Sundberg überholt (wobei sich die letzten beiden vermutlich mit übertriebenem Ehrgeiz selbst aus dem Leben geschossen haben)
Auf den ersten 2 km am Marathon hatte ich bereits einige Krämpfe, die sich jedoch bis zum Ende der zweiten Runde in Grenzen hielten. Dann aber merkte ich, dass die letzten 14km zur Qual werden würden, doch ich versuchte mein Tempo halbwegs hochzuhalten. Zu diesem Zeitpunkt hatte ich die Info, dass ich am 8.Rang liege, was mich dementsprechen motivierte. Trotz insgesamt ca. 18 Powergels und 3 Riegeln und Unmengen an Iso, Wasser und Cola mußte ich dann einige Male stehen bleiben. Knapp 40 Grad Temperaturunterschied in einer Woche waren für den, mit Abstand ältesten Profi dann doch ein wenig heftig. Auch die 3 Stunden 7 Minuten für den Marathon rangieren unter den Top Ten.
Der Zieleinlauf war sehr emotional für mich, weil ich ein großes Ziel, einen Top Ten Platz zu erkämpfen, endlich erreicht hatte. (Ich werde zwar in den offiziellen Ergebnislisten als 11. geführt, aber der zehnte war ein Amateur - und der zählt jetzt einmal nicht) Außerdem dachte ich ja ich sei Achter!!!
Morgen Vormittag ist dann Vergabe der Hawaii Slots und die Siegerehrung. Es wäre schon ein großes Glück, wenn ich noch einen der 5 Slots ergattere, aber die Tüchtigen haben doch Glück, oder?
Comments are off for this postWerde ich bestehen?

Obwohl ich jetzt schon zahlreiche Ironman-Wettkämpfe bestritten habe, ist die letzten Tage und Stunden doch ein wenig Nervosität spührbar. Gemischt mit Routine ergibt das dann ein ziemlich abgefahrenes Gefühl, so wie in der Schule, wenn man viel gelernt hat, weiß dass man alles kann aber doch unsicher ist ob da nicht eine Frage kommen könnte…So habe ich es mir sagen lassen, denn meine Prüfungsängste waren immer berechtigt!
Am letzten Tag vor dem Rennen trainiere ich grundsätzlich immer alle 3 Sportarten noch einmal, damit einerseits die Zeit schneller vergeht und ich andererseits ein wenig Tonus in der Muskulatur halten kann. Außerdem habe ich die Urpanik, dass mit dem Material etwas nicht in Ordnung sein könnte und so wird angefangen von den Schuhen über das Rad, den Race-Suit und die Schwimmbrillen alles nochmals durchgecheckt (ich habe wirklich oft den Albtraum, dass ich in die Wechselzone 2 komme und keine Schuhbänder auf den Schuhen habe!!)
Ich bin meist einer der letzten der sein Rad eincheckt, besonders wenn die Sonne so runterbrennt wie heute bin ich froh, wenn mein Rad nicht so lange schwitzen muß. Es ist immer wieder ein faszinierender Anblick, wie knapp 2000 Räder aufgefädelt in der Wechselzone hängen. Irre was da an Materialwert zusammenkommt. Danach noch einen Riesenteller Pasta im Oregano’s und dann ab nach Hause, Beine hoch! (Heute habe ich zum wiederholten Male beobachtet, dass sich die Amis Süßstoff in das zuckerfreie Getränk, meist Eistee, leeren!)
Morgen, am Renntag dann der einstudierte Ablauf, der in den letzten 10 Jahren bereits eine gute Routine wurde: 03.45 Uhr Tagwache, duschen, Spaghetti mit Honig und mein erster Kaffee seit 2 Wochen (lecker, auf den freue ich mich!) Gymnastik mit Stretching und lauter Musik so dass ich um ca. 05.15 Uhr in der Wechselzone bin. Da gebe ich mir viel Zeit, um mein Rad noch einmal zu prüfen, Luft aufzupumpen und die Gels und Riegel am Oberrohr anzubringen. Danach 15 Minuten locker joggen, Abgabe Bekleidungssack und um 06.30 Uhr ist Einlass zum Schwimmeinstieg. Noch 10 Minuten einschwimmen, um 06.45 erfolgt der Startschuß für die Profis, 15 Minuten später starten die Agegrouper.
Wer das Rennen live im Internet verfolgen will: unter http://ironman.com/ kann man die Zwischenstände regelmäßig abrufen, üblicherweise gibt es auch ein Livestreaming. Ich habe die Startnummer 11, und werde versuchen unter einer Stunde zu schwimmen, 4std45min am Rad zu fahren und knappe 3 Stunden zu laufen. Mit einer zeit um 8 Stunden 45min wäre man letztes Jahr deutlich unter die Top Ten gekommen und hätte sich auch noch für Hawaii qualifiziert. Aber wie man im Dezember gesehen hat, gehen solche Rechnungen nicht immer auf.
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Nachdem mittlerweile die Leserschar derer, die noch nie einen Ironman bewältigt haben (soll es ja auch geben) und mich nicht unmittelbar in Zusammenhang mit Wahnsinn und extremer Leidensfähigkeit bringen, immer größer wird, will ich hier einen kleinen Auszug aus dem Leben eines Triathlonprofis bringen. Wobei ich mich hier bewußt auf das Leben “abroad”, also weg von daheim und in unmittelbarer Wettkampfvorbereitung beschränke. Denn zu Hause stehe ich wie jeder andere auch ab 0500 Uhr unter Strom, trainiere 25-30 Stunden die Woche, esse kübelweise gesundes Zeug (nur große Kübel) und denke mit 9% Körperfett immer noch zu viel auf den Rippen zu haben. Ich falle um 21.00 Uhr halbtot ins Bett um am nächsten Tag das Murmeltier erneut grüßen zu lassen.
Mein sportliches (und damit auch berufliches) Ziel 2008 ist die Qualifikation für die Ironman WM im Oktober in Hawaii. Hierfür muß ich einen der begehrten Startplätze erkämpfen, die bei einem Quali-Rennen wie zum Beispiel hier in Arizona vergeben werden. Beim Kampf Fleisch gegen Fleisch über die Distanzen 3,8 km Schwimmen, 180 km Radfahren und 42 km Laufen (ja, ein Marathon!) werden in der Profiklasse (im Unterschied zu den Age-Groupern) 5 “Slots” vergeben, wobei der Sieger der erste ist, der einen Startplatz annehmen kann. Sollte jemand aus persönlichen Gründen (z.B. Aversion gegen Hawaii und die weißen Sandstrände) oder weil er/sie bereits qualifiziert ist den Startplatz nicht annehmen, so wird dieser an den Nächsten weitergegeben. Und so kann es geschehen, das auch der Zehnte mit etwas Glück in den Pazifik fliegt. Man kann sich vorstellen wie es bei dieser “Roll-Down-Ceremony” zugeht: da werden Kämpfe ausgetragen, da werden Athleten und Kampfrichter bestochen dass es nur so rauscht. Freue mich schon!
Jetzt bin ich seit 5 Tagen hier und habe mich nach 3 Tagen jetlag-mäßig so eingependelt, dass ich um 04.00 Uhr aufwache. Normalerweise schlafe ich dann nach 10 Minuten wieder weiter, aber ich bleibe nun gleich wach, da ich am Sonntag sowieso um diese Zeit aufstehen muß und am Dienstag wieder heimfliege. Dafür gehe ich um 20.00 Uhr schlafen. Tagsüber steht die REGENERATION im Vordergund. Ich habe hier zufällig ein tolles Massageinstitut gefunden, in dem mich Andrew fast täglich niederknetet. Er meint er habe sein Leben lang auf so einen Patienten wie mich gewartet, nur wegen solcher Spitzenathleten die mental so stark sind hat er diese Ausbildung gemacht. Und jetzt bin ich da! Wie der Messias dürfte ich ihm erschienen sein (Der sollte mich einmal sehen, wenn ich beim Marathon km 30 als beinahe heulendes Etwas die alten Damen bei der Labestation nach einem Becher Wasser bitte: “W-o-o-o-o-o-t-a”)
What else is to do? Ach ja, der Dollar steht ja so schweinemäßig gut, da muß man schon etwas Zaster bei Uncle Sam lassen, damit sich die Amis wieder ein paar Waffen kaufen können um der Weltherrschaft einen Schritt näher zu sein. Und da Apple-Stores in Österreich eher selten sind, habe ich hier Papiergeld gegen Hardware getauscht. Einfach Wahnsinn, was es da alles gibt. Und um 17.00Uhr gibt es dann immer Chappi, meistens (besser gesagt immer) in Form von Nudeln im “Oregano’s”. Um 6,99$ eat what you can! Und ich can! Die schauen da immer wenn ich nachlege- Rülps!
Und die restliche Zeit liege ich zu Hause im Bett, ärgere mich mit einem besch…. WLAN Internet herum und freue mich schon auf die tägliche “Morning-Swim-Session” im Freien. Ach ja, heute war ich noch beim Pro-Athlete-Briefing, mehr oder weniger eine Befehlsausgabe für alle berufsmäßigen Triathlon Kampfmaschinen. Gemeinsam mit Markus Ressler habe ich mich etwas deplaziert gefühlt. Als dann am Ende noch die Namen für die abschließenden TV-Interviews vorgelesen wurden, waren wir doch überrascht als unsere NICHT erwähnt wurden. Naja, die werden schon sehen was sie davon haben.
No commentsJetzt kommt die heiße Phase
Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Mittlerweile klettern die Temperaturen täglich um 1-2°C, und wir sind bereits bei deutlich über 30°C angelangt, wolkenloser Himmel! Und ich denke dass die vorhergesagten 36°-37°C sicher eintreten werden, die mit dem starken Wind ganz sicher die Rennentscheidung bringen werden.
Schon die Schwimmstrecke hat es in sich: 1 Runde in einer Lacke wo man wirklich die Hand nicht vor den Augen sieht, am Rückweg schwimmen wir gegen eine leichte Strömung mit kleinen Wellen, die genau vor dem Mund zusammenschlagen. Wenn man da zuviel trinkt wird man sicher später kotzen. Die Radstrecke ist voll dem Wind ausgesetzt, während jeweils auf den letzten 30 km der drei 60 km-Schleifen der Wind von vorne kommt. Wer dann in der Hitze auch noch vor lauter Müdigkeit einen dicken Gang drückt, der wird auf der selektiven Laufstrecke sicher seine Probleme haben. Der Sonne und dem Wind exponiert werden auch hier 3 Schleifen gelaufen, die sehr verwinkelt und hügelig sind. In den letzten Jahren hat es hier nur wenige Athleten gegeben, díe den abschleißenden Marathon unter 3 Stunden gelaufen sind.
Ich muß ehrlich sagen, ich fühle mich topfit! Meine Beine sind extrem locker, die nagelneuen Laufschuhe habe ich schon 10 Minuten gelaufen (siehe 20.10.2006!) und das Wichtigste: ich freue mich total auf das Rennen und strotze nach meinen letzten Trainingseinheiten vor Selbstbewußtsein. Sollte ich beim Schwimmen nicht wieder ganz hinten raussteigen (da hab’ ich schon ein wenig Federn!) dann werde ich unter die Top Ten kommen - ABER WIE OFT HABE ICH DAS SCHON GESAGT???
Comments are off for this postBin ja eh da, nur halt über dem großen Wasser…
….und es hat eine Zeit gedauert, bis ich meinen Blog up gedatet habe, aber man möge mir verzeihen, ich mußte so viele neue Eindrücke verarbeiten. Aber zuerst zum allerwichtigsten: wie geht es UNS? Meinem Rad fehlt die Sattelklemm-Beilagscheibe (die habe ich professionell-provisorisch ersetzt) und mir geht es seit heute Abend wieder fantastisch! Aber eines nach dem anderen:
Der Flug und die Reise mit ihren 21 Stunden war im Grunde ein Kinderspiel, da habe ich immer viel Zeit zum Lesen und Schlafen (wenn nicht ein alter Holländer hinter mir alles nieder-pupst). Eine wirkliche Challlenge jedoch ist das Überwinden der USA-Grenzbeamten und deren immer schlimmer werdende Paranoia, dass sich ein Schleicher einschläfern könnte oder umgekehrt, aber das ist bei denen eh wurscht! Obwohl ich 3 Stunden Aufenthalt in Washington hatte wurde mir nach 2 Stunden Schlangestehen fast die Zeit zu knapp. Endlich in meinem Motel in Phoenix/Arizona angekommen hatte ich, nachdem ich ein Bad im Whirlpool genommen habe, das mitten im Wohnzimmer steht, gleich die tolle Idee, einen anderen Österreicher zu belästigen, der ebenfalls am Sonntag an den Start geht: Markus Ressler, ein junger Steirer der letzte Jahr beim IM Canada aufhorchen hat lassen. So sind wir eine kleine Runde kreuz und quer geradelt und haben ein wenig geplaudert. Das Foto unten ist ein Schnappschuß, da hat er sich schnell einmal den Fuchs umgehängt, den wir überfahren haben. Traurig, ja!
Nachdem ich seit Samstag wieder die Kohlenhydrat-Diät gemacht habe, bei der ich alles essen darf ausser Carbos (das ist nicht viel!) und seit 2 Wochen kein Koffein zu mir nehme, wurde ich auch der einzigen Höhepunkte im Flugzeug beraubt: kein Essen und kein Cola! Aber ich möchte festhalten, dass ich kein einziges Mal gesudert habe - es geht auch viel leichter ohne Jammern! Und so wurde auch die heutige Ausfahrt auf der Wettkampfstrecke kein Lercherlschass! Bei 28°C und heftigen Rückenwind ging es zuerst einmal 30km raus in die Wüste um danach die gleiche Strecke wieder zurück zu koffern. Und da machten sich dann Thunfisch und Käse in den Beinen bemerkbar: empty as empty can! Auch der anschließende Lauf war ein kleines Debakel aber voll im Plan! Und heute abend gab es dann die erste Pasta! Grins-lach-lechz-geifer-sabber….
Die nächsten Tage werden sich gewohnt streßfrei gestalten: Donnerstag Morgen 1 Stunden schwimmen mit Markus (oder zumindest werden wir gleichzeitig beginnen) und nachmittags einen Lauf, dazwischen und danach jeweils Pasta und schlafen. Freitag wieder Massage (dann habe ich in 5 Tagen 4 Stunden!), Freizeitprogramm wie gestern, Samstag Check in und am Sonntag, 06.45 Uhr (= 15.45 Uhr MEZ) erfolgt der Startschuß zum Race, bei dem es angeblich 36°C bekommen soll. Na bitte das ist kein Bröserl, und ich komme aus der Kälte. Ich habe die Startnummer 11 und heiße Bernhard Keller, falls ihr im Internet das Rennen live mitverfolgen wollt.
Comments are off for this postMaterialschlacht
Mein Job ist es zwar zu laufen, Rad zu fahren und zu schwimmen aber wie in so vielen anderen Berufssparten auch, ist es ohne perfektes Material fast unmöglich konkurrenzfähig zu sein. Obwohl ich nun schon seit Jahren versuche bereits in den Wintermonaten alles für das Folgejahr klar zu machen, so passiert es immer wieder, dass die letzten Teile erst fünf vor zwölf eintreffen.
Meinen neuen Neopren, Sailfish ONE, hatte ich zwar bereits auf Mallorca mit dabei, jedoch war dieser eine Nummer zu groß. Und wenn ich schon den schnellsten Neo habe dann muß er auch perfekt passen. Also habe ich bis Donnerstag gezittert, ob er denn noch komme? Geschafft, jetzt heißt es nur noch paddeln!
Weniger gut lief es mit meinen neuen, maßgefertigten Radschuhen, die durch Gewicht und Schuhplattenposition eine Revolution darstellen sollen. Als ich die Teile am Sonntag in Händen hielt und freudestrahlend probieren wollte, kam die große Enttäuschung: sie passen überhaupt nicht! Daher heißt es nochmals mit den alten Gammelschuhen an den Start zu gehen.
Aber der Höhepunkt war sicher die Schreckensmeldung meines Radausrüsters Ginner. Während des Services erkannte der “beste Radmechaniker der Welt”, Helmut Käfer, dass ein tiefer Riss im Gabelschaft war. Nicht auszudenken was beim Wettkampf passieren kann, wenn sich bei Tempo 50 das Vorderrad selbständig macht. Anruf in Frankreich, in Wien, in Deutschland - und die Jungs haben es tatsächlich geschafft in nur wenigen Tagen ein nagelneues Austauschrad zu bekommen! (dieses Rad wird übrigens nach dem Ironman Arizona verkauft! Nagelneu nit knapp 300km!)
Zu guter Letzt ging in Mallorca noch einige meiner Polar Teile flöten. Anruf in Wien und innerhalb weniger Tage waren die defekten Teile ausgetauscht!

Schön wenn man solche Partner hat!
(Noch schöner wäre es, wenn ich bald gesund werden würde!)
Comments are off for this postBreakdown
Alle Jahre wieder passiert es mir, dass mich in der Taperingphase eine Seitenstrang Angina der besonderen Art in die Knie zwingt. Zuletzt 2007 12 Tage vor dem Ironman Klagenfurt so auch diesmal, exakt 12 Tage vor dem Ironman Arizona. Montag und Dienstag war noch lockeres Training angesagt, als ich in der folgenden Nacht mit einem dicken Hals und mächtigem Schädelbrummen aufgewacht bin. Der Mittwoch war die Hölle - zwischen Schlafanfällen und Schüttelfrost bin ich so dahin vegetiert und habe den ganzen Tag nur in einem Dämmerzustand erlebt. Ernährt habe ich mich von Kamillentee und Leitungswasser - 2 kg weniger am Folgetag, da sieht man wie das auf die Substanz geht. Heute Nacht habe ich es dann nicht mehr ausgehalten und mußte um 02.00Uhr ein Schmerzmittel nehmen, sonst hätte es mir wahrscheinlich den Schädel zerrissen. Die restlichen 5 Stunden im Dämmerschlaf habe ich dann 3 T-Shirts, die komplette Decke und das Leintuch vollgewschwitzt und siehe da: es geht wieder deutlich bergauf! Ich denke, dass ich spätestens am Samstag wieder einen 30min Jog absolvieren kann - ganz toll wenn man bedenkt, dass ich 8 Tage später eine Top Ten Platzierung beim Ironman Arizona anpeile!?
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