Archive for July, 2009
Berndi, das Ungeheur vom Fuschlsee
4,2km galt es gestern zu bewältigen. Was Herzpatienten mit dem Rad als Morgeneinheit fahren gebe ich mir als Schwimmeinheit im Renn- bis Kotztempo im Fuschlsee. Die Fuschlseedurchquerung ist eine ganz besondere Gemeinheit für Athleten wie mich, erfunden von meinem Ausrüster Mayer Peter von Sailfish.
Es waren 62 männliche Athleten am Start, wobei tunlichst darauf geachtet wurde, dass 10 davon so schnell sein würden, dass ich diese niemals erreichen könnte. Die restlichen 50 wurden so ausgesucht, dass ich sie auch nie sah weil sie von Beginn an hinter mir baden würden. Nur einer, ich nannte ihn “Pickel”, bekam die Anweisung 500m so vor mir zu schwimmen, dass ich mich gleich fetzenblau schwimmen würde um ihn einzuholen. Als dies geschehen war streichelte er für 3500m meine Zehen während ich vorne ALLES (!!!), wirklich ALLES gab um dieses Kratzen loszuwerden. Keine Chance, 200m vor dem Ziel überholte Pickel mich erneut um mein letztes Laktat aus den Poren zu ziehen.
Mein Ziel war es unter einer Stunde zu bleiben, doch leider wurde das falsche Drehbuch ausgepackt (Danke Peter!) In einer Gruppe hätte ich mir viel leichter getan!
1std03min und 12.Gesamtrang waren das Ergebnis. Die ersten Plätze waren durch Spitzenschwimmer und (Kurzdistanz)Triathlonprofis belegt. Bernhard Hiebl, ein weiterer Österreicher der als Profi heuer in Hawaii an den Start gehen wird, war keine 7 Minuten vor mir. Bin positiv überrascht! Gesamtergebnis
Comments are off for this postLeisure Time
2 Wochen in denen der Sport in den Hintegrund rückt und ich mich ein bisserl um meine Familie kümmern kann. So hatte ich wiedereinmal die Möglichkeit mit Tanja ein Konzert zu besuchen: “Simply Red” einfach geil!
Naja und dann das Legoland: da wurden Niklas und ich auserkoren eine Testfahrt im “Legoracer1″ zu absolvieren. Sensationell! Auch das einzigartige 4D Kino….
Comments are off for this postIM 2010 - in 26 Minuten ausverkauft…wenn da nicht noch 100 Plätze wären!
Wow! Nur 26 Minuten nach Öffnung der Anmeldung für den Ironman Austria 2010 am 04.Juli in Klagenfurt waren 2300 Startplätze weg. Warum nicht 2400 wie bisher? Denn 100 Startplätze sind noch verfügbar:
100 Startplätze für das Finishline IRONMAN Austria Trainin 2010!
Neu im Programm ist die Kombination Training und garantierter Startplatz. Dieses wird über Partner vom Triangle Institute durchgeführt und beinhaltet:
- Garantierter Startplatz
- Trainingsplanung über 10 Monate
- Gemeinsames Schwimm/Rad/Lauftraining
- Stärkung der Persönlichkeit durch mentales Training
- Verbesserung der motorischen Fähigkeiten
Dauer: 10 Monate
Start: 28.09.2009-04.07.2010
Preis: €120.- pro Monat (Gebühr für Startplatz ist noch extra zu bezahlen!)
Anmeldung: bis zum Fr 28.August 2009 unter helmut@triangleinstitute.at
Die Partner in Österreich: Keller Bernhard, König Norbert, Rothart Christian, Langbrandner Isolde, Koller Michael, Dr.Robert Fritz, Leitner Werner, Kohl Frederick
Die Partner in Deutschland: Jochen Holz und Stephanie Fahnemann
Für nähere Info schick mir ein eMail an bernhard@innerer-schweinehund.at
Comments are off for this postTriathlon im TV
Weil das Wetter eh nix Besseres hergibt und im TV eh sonst nur Schrott zu sehen ist:
- Sonntag, 12.07, 12.15-13.00Uhr ORF1: Sportbild mit Highlits des Männerrennens in Kitzbühel
- Sonntag, 12.07, 16.00-18.10 Uhr ORF 1: WM Serie, Frauenrennen Kitzbühel LIVE
Kommentator ist jeweils Chistopher Ryan. Facts zu den rennen: die neue WM Serie besteht aus 8 Rennen, die Besetzung in Kitzbühel ist olympiawürdig!. Für Kate Allen ist es der letzte große Auftritt in Österreich. Dann gibt sie das Zepter ab!
Eurosport:
- Mittwoch, 8 Juli IM France 2009
- Mittwoch 15.Juli IM Austria 2009
Die Kohlen aus dem Feuer…
…hat wieder einmal ein anderer geholt: Niklas hat beim Aquathlon in Klagenfurt von 38 Startern einen tollen Sieg vor 2 Slowenen errungen. Damit wäre eigentlich der Druck von mir genommen gewesen
Sonne und Schatten beim Ironman Klagenfurt
Wieder einmal hat sich gezeigt wie nah Erfolg und Niederlage, Glück und Unglück, Freude und unerträgliche Schmerzen nebeneinander liegen. Völlig entspannt und locker habe ich die Tage und Stunden vor dem großen Event genossen und habe mich sehr gut gefühlt - muskulär uns psychisch. Ich wußte, dass ich gute Arme und Beine für die ersten beiden Disziplinen hatte, die große Frage war eigentlich nur: “Wie lange und wie schnell kann ich laufen?”"
Beim Schwimmen bin ich von Anfang an sehr gut weggekommen, nie am äußersten Limit sodass ich jeden Tempowechsel locker mitgehen konnte. Gemeinsam mit Hempel, der späteren Siegerin Bella Bayliss und einigen anderen war bis zur letzten Boje (ca 2200m) alles eitle Wonne als ein Boot einige Wellen vor meinem Gesicht zusammenschlägt und ich beginne sehr viel Wasser zu schlucken - Seitenstechen war die Folge und ich mußte etwas Tempo rausnehmen. Zu Ende standen 55min zu Buche, ganz ok denn ich weiß das geht noch etwas besser.
Aufs Rad bin ich dann erneut mit Bella Bayliss gestiegen, und konnte gleich von Anfang an sehr gut drücken. Ohne Probleme habe ich die Gruppe die meiste Zeit von vorne diktiert, konnte auch auf den Anstiegen toll mitgehen und ich war voller Zuversicht eine neuen pers Radbestzeit (4std47) aufzustellen. Bis zur ersten Wende nach 90km habe ich Bayliss abgeschüttelt und auch die anderen Damen überholt und befand mich bereits unter den besten 30 - Splitzeit 2std 22min. Bei km 100 dann auf einmal ein beißendes Geräusch “ZING”, eine Speiche im Hinterrad ist abgerissen und das Carbon Zipp Laufrad ist bei jeder Umdrehung an den Rahmen geschlagen. Absteigen, dagegentreten, weiterfahren hat auch nicht viel geholfen, denn nach 500m hatte ich einen Platten. So stand ich in der Pampas und schaute blöd, als wieder alle bei mir vorbeigezogen sind. Das tat echt weh! “Jetzt nur nicht heulen Berndi, das hilft auch nix.” Aufgeben oder auf ein Wunder hoffen? Auf einmal steht ein Engel in Person eines Zuschauers mit Fahrrad vor mir und fragt ob er mir helfen könnte. “Bitte gib mir dein Hintarrad” - “Nein, warum?” - “Weil ich gut drauf bin und wieder nach vorne fahren werde” - “Ja ok, dann fahre halt ich mit deinem Hinterrad nach Hause und wir treffen uns am Abend im Zielbereich” - “Passt, ich bin die StartNr 20, heiße Keller Bernhard und du mußt das Rad tragen weil es unfahrbar ist!”
Die restlichen 80km waren dann der Anfang vom Ende. Nachdem die Schaltung überhaupt nicht passte und ich hinten nur mehr zwei Zahnkränze zum Schalten zur Verfügung hatte (14er zum bergabfahren zu wenig und ein 17er für den Berg zuviel) habe ich mich voll abgestochen. Bergauf im Stehen, immer maximaler Krafteinsatz und bergab 120 U/min forderten sein Tribut: Kurz vor dem Ziel hatte ich dann solche Krämpfe, dass ich kaum mehr vom Rad gekommen bin. Die erste Wechselzonenzelt-Massage meines Lebens konnte da auch nicht viel helfen. 4std 57min mit 15minütiger Pause - auch hier passt die Form (im Vergleich zum Material)
Ich ging trotzdem auf den Marathon und hoffte insgeheim dass ein Marshall kommt und mich aus dem Rennen nimmt, weil ich verbotenerweise fremde Hilfe angenommen habe. Dem war leider nicht so und so kämpfte ich mich vorwärts. Für den ersten km benötigte ich 7min20sec, für den ersten 10er 1std02min!!! Und es wurde nicht besser, da stoppte ich bei Norbert: “Hey Norbert, hat das einen Sinn?” “Na sicher Oida, gib Gas und renn weiter, wirst sehen das wird wieder super!” Was für ein Motivator, aber mittlerweile hatte ich den Punkt erreicht wo mir alles egal war. Eine ältere Dame mit Badeschlapfen und schreiendem Kind in der Hand begleitete eine Teilnehmerin - das Tempo war mir zu hoch! 3std44min für 42km liegt dann doch fast eine Stunde unter meiner pers Bestzeit.
Warum tut sich der Keller das an? Hat er das notwendig als 151er ins Ziel zu wanken? Gesamtergebnis Wem will er was beweisen? Nun, notwendig habe ich es nicht, denn Medaillen und Urkunden habe ich schon genug zu Hause, beweisen muß ich auch niemandem mehr etwas, denn ich werde nicht nach Anzahl der Zieleinläufe entlohnt und meine Frau liebt mich auch ohne einem weiteren Ironmanfinish. Aber ich habe EINMAL (2002 Podersdorf) aufgegeben, und das liegt mir bis heute im Magen. Aufgeben ist immer der einfachste Weg den man gehen kann, und dafür trainiere ich nicht monatelang! Und last but not least: meinen Athleten sage ich immer sie sollen sich nicht den einfachsten Weg suchen und ich kann nicht Wasser predigen und Wein saufen!
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